19.6.2010 10:45

Slowenien trauert dem Sieg nicht nach:
Team ist "nach wie vor in guter Position"

  • Trotz 2:2 nach 2:0-Führung gegen USA zufrieden
  • USA hadern mit Tor-Aberkennung durch Referee

Das slowenische Nationalteam hat die Chance auf den wohl größten Erfolg in der Sport-Geschichte des jungen Landes zumindest vorläufig sausenlassen. Die Mannschaft von Matjaz Kek erreichte im Johannesburger Ellis Park gegen die USA nach 2:0-Führung nur ein 2:2 und muss nun ziemlich sicher gegen England ungeschlagen bleiben, um in Gruppe C noch den Aufstieg ins WM-Achtelfinale zu schaffen.

Von zwei verlorenen Punkten wollte Kek nach dem Match aber nicht sprechen. "Meine Spieler haben bewiesen, dass sie hohe Qualität und Charakter haben", betonte der Coach des aktuellen Tabellenführers. "Wir sind nach wie vor in einer guten Position. Jetzt müssen wir schauen, dass wir so schnell wie möglich für das England-Spiel regenerieren."

Ganz verbergen ließ sich die Enttäuschung über den verpassten vorzeitigen Einzug in die K.o-Phase aber dann auch wieder nicht. "Ich bin zwar stolz, aber das Resultat hat einen bitteren Beigeschmack, weil wir die Führung nicht ins Ziel gebracht haben. Doch vielleicht haben wir daraus etwas gelernt, das wir für das Match gegen England mitnehmen können", meinte Kek, der den künftigen Kapfenberg-Verteidiger Matej Mavric wie schon beim 1:0 gegen Algerien nicht einsetzte.

Ärger über den Schiedsrichter
Der Beigeschmack wäre noch bitterer gewesen, hätte Referee Koman Coulibaly aus Mali wenige Minuten vor Schluss nicht einem Treffer des US-Amerikaners Maurice Edu aus unerfindlichen Gründen die Anerkennung versagt. "Ich möchte zur Leistung des Schiedsrichters nichts sagen, nur so viel: Er hatte heute auf das Ergebnis keinen Einfluss", behauptete der slowenische Nationaltrainer.

Im Lager der Amerikaner war man ganz anderer Meinung. "Wir haben ihn alle gefragt, warum er das Tor nicht gibt, aber er hat nichts gesagt. Entweder er hat uns ignoriert oder er hat uns einfach nicht verstanden", schimpfte der "Man of the Match" Landon Donovan, und auch sein Teamchef Bob Bradley ärgerte sich: "Vielleicht hat er ein Foul gesehen. In dieser Szene waren im Strafraum drei Fouls, und die waren alle von Slowenen."

"Das Unentschieden hält uns am Leben"
Immerhin sorgte Trainer-Sohn Michael Bradley mit seinem Ausgleich rund zehn Minuten vor Schluss dafür, dass die US-Auswahl mit einem Sieg in ihrer abschließenden Partie gegen Algerien das Ticket für das Achtelfinale lösen könnte. Besonderen Stolz habe er ob des Treffers seines Filius jedoch nicht empfunden, betonte Vater Bob. "Ich habe zu diesem Zeitpunkt nur den sportlichen Aspekt gesehen und war voll auf das Spiel konzentriert", beteuerte Bradley senior.

Der 52-Jährige ist erleichtert, den Aufstieg noch in der eigenen Hand zu haben. "Es gab gegen Slowenien Momente, wo es für mich ein gewonnener Punkt und dann wieder zwei verlorene Punkte waren. Aber das Unentschieden hält uns am Leben, das ist das Wichtigste", erklärte Bradley.


(apa/red)

19.6.2010 10:45
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