19.6.2010 18:01

Startruppe enttäuscht auf der ganzen Linie: England erreicht gegen Algerien nur ein 0:0

  • Rooney & Co. konnten Abwehrbollwerk nicht knacken
  • Nach zweitem Remis droht "Three Lions" das WM-Aus

England ist bei der Fußball-WM in Südafrika gegen Algerien über ein torloses Unentschieden nicht hinaus gekommen. In einer schwächeren Partie vor 64.000 Zuschauern im Green-Point-Stadion in Kapstadt enttäuschten vor allem die Engländer, die in den 90 Minuten kaum gefährliche Torchancen herausspielen konnten. Außenseiter Algerien holte aufgrund einer taktisch starken Leistung einen verdienten ersten Punkt.

In der Gruppe C ist damit vor dem letzten Spieltag alles offen. Slowenien führt überraschend mit vier Punkten (Torverhältnis 3:2) vor den USA (3:3), England (beide 2/1:1) und Algerien (1/0:1). Am Mittwoch kommt es zum Abschluss zu den spannenden Duellen Slowenien - England (in Port Elizabeth) und USA - Algerien (in Pretoria). Alle Teams können es noch aus eigener Kraft schaffen.

Capello lässt Green draußen
Beide Teamchefs hatten sich entschlossen, nach den Patzern in den Auftaktspielen, ihre Goalies auszutauschen. Bei den Engländern bekam der 39-jährige David James das Vertrauen anstelle von Robert Green ausgesprochen, bei den Algeriern hütete Rais M'Bohli für den angeschlagenen Faouzi Chaouchi das Gehäuse. Beide Schlussmänner wurden vor der Pause aber nur selten auf die Probe gestellt. Die Engländer hatten mehr Spielanteile, wirkten allerdings ideenlos und konnten somit die taktisch hervorragend eingestellten und gut verteidigenden Algerier kaum gefährden.

Zahnlose "Three Lions"
Die einzige wirklich gefährliche Aktion fand Frank Lampard vor, dessen Schuss im Strafraum machte M'Bohli aber mit einem tollen Reflex zunichte (33.). Sonst versuchten es die "Three Lions" mangels guter Offensivaktionen zumeist mit Schüssen aus der zweiten Reihe. Versuche von Steven Gerrard (30.), Gareth Barry (39.) und Wayne Rooney (43.) stellten aber keine Gefahr für den Algerien-Goalie dar. Der Außenseiter wiederum hielt körperlich voll dagegen und die Partie dadurch auch offen, war aber völlig harmlos. Einzig der agile Karim Ziani deutete mit einem Weitschuss, der am Tor vorbeiging (35.), seine Gefährlichkeit an.

Nach dem Seitenwechsel kam überraschend die Truppe von Coach Rabah Saadane mit mehr Schwung aus der Kabine. Vor allem in der Anfangsviertelstunde waren Ziani und Co. deutlich besser, ließen den Ball geschickt laufen, waren mit ihrem Latein aber zumeist auch in Strafraumnähe am Ende. Die Engländer agierten ausgerechnet am 64. Geburtstag von Coach Capello erschreckend planlos und schwach, das gesamte Mittelfeld und auch Stürmerstar Rooney waren nur ein Schatten ihrer selbst.

Endspurt blieb unbelohnt
Der ebenfalls schwache Emile Heskey hatte nur eine gute Aktion, seine Hereingabe wurde von Halliche über das Tor abgefälscht (70.). Danach machte der Stürmer Platz für Jermaine Defoe, mit dem die Capello-Elf etwas besser wurde, wirkliche Torchancen blieben aber auch danach aus, und so blieb es bei einem am Ende leistungsgerechten Remis. Beide, nur wenig geprüfte Goalies blieben zwar ohne Gegentreffer, wirkten allerdings nicht immer ganz sicher. (apa/red)

19.6.2010 18:01
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