20.6.2010 10:37

Für Südafrika ist der Zug abgefahren:
Fans verlieren Glauben an ihre Mannschaft

  • "Bafana Bafana" kann nur noch ein Wunder helfen
  • Sorge um Stimmung im Land bei WM-Ausscheiden

Die Fans der südafrikanischen Nationalmannschaft haben den Glauben an den Aufstieg ihres Teams ins WM-Achtelfinale verloren. Zwar hoffen die "Bafana Bafana"-Fans am letzten Spieltag der Gruppe A noch auf ein Wunder, eigentlich sei mit dem 0:3 gegen Uruguay jedoch der Zug abgefahren, so der einhellige Tenor.

Für den 22-Jährigen Bongani ist am vergangenen Mittwoch eine Welt zusammengebrochen. "Zu sagen, dass ich enttäuscht bin, wäre falsch. Mein Herz ist gebrochen", meinte der Geschichte-Student. "Jeder hatte so hohe Erwartungen, und die werden jetzt wahrscheinlich nicht erfüllt."

Völlig abgeschrieben hat Bongani seine Mannschaft aber noch nicht. "Auch wenn man realistischerweise sagen muss, dass wir gegen Frankreich nicht gewinnen: Südafrika ist eine Nation der Hoffnung." Schuld an der Niederlage war seiner Meinung nach der Schweizer Schiedsrichter Massimo Busacca. "Bei der Elfer-Szene war der Uruguay-Spieler abseits. Und die Rote Karte für Khune war zu hart."

Doch auch Teamchef Carlos Alberto Parreira wird nicht von jeglicher Verantwortung freigesprochen. "Selbst wenn der Mannschaft die Qualität fehlt, weil zu wenige in Europa spielen: Die Vorbereitung war nicht gut genug. Wir haben nur gegen zweitklassige Mannschaften gespielt, und dann wollen wir die Besten schlagen", ärgerte sich Bongani.

Für die Kellnerin namens Precious hat Parreira vollständig versagt. "Er hätte andere Spieler wie zum Beispiel Parker oder Nomvethe bringen müssen und sich nicht nachher auf den Schiedsrichter ausreden sollen", erklärte die 25-Jährige.

sorge um die Stimmung
Sollte Südafrika tatsächlich als erster Gastgeber in der WM-Geschichte in der ersten Turnierphase scheitern, hätte das schwerwiegende Folgen für das Event. "Die Stimmung wäre sicher nicht mehr so gut, allgemein würde das Interesse an der WM im ganzen Land zurückgehen", meinte Precious.

Dieser Meinung schloss sich auch der 22-jährige Thapelo an. "Das Stadien werden zwar weiterhin voll sein, denn die Leute, die Tickets gekauft haben, werden auch zu den Spielen gehen. Aber die ganze Atmosphäre, das ganze Drumherum wird massiv beeinträchtigt sein."

"Kann nur noch beten"
Der IT-Student war nach der Niederlage der Südafrikaner gegen Uruguay nach eigenen Angaben "am Boden zerstört. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie das noch schaffen, ich kann nur noch beten". Auch Thapelo ist auf Parreira nicht gut zu sprechen. "Wir hätten offensiver spielen müssen. Jetzt ist es vorbei und ab Dienstag wird es in den Straßen weniger Partys und Vuvuzelas geben", vermutete der 22-Jährige.

An diesem Tag muss die "Bafana Bafana" in Bloemfontein unbedingt gegen Vize-Weltmeister Frankreich gewinnen und gleichzeitig auf einen Sieger bei Mexiko gegen Uruguay hoffen. Dass es zu einer "lateinamerikanischen Allianz" kommen könnte und sich die zwei Teams auf ein Remis einigen, was für beide den Aufstieg bedeuten würde, glaubt Bongani so wie die meisten "Bafana Bafana"-Anhänger nicht. "Jeder von ihnen will die Gruppe gewinnen, denn der Zweite muss wahrscheinlich gegen Argentinien antreten."

(apa/red)

20.6.2010 10:37
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