Die seltene Gabe, sich zu entschuldigen: Was Österreich von Deutschland lernen kann
- Der NEWS.at-Kommentar zum Skandal-Sager im ZDF
"Innerer Reichsparteitag" - ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein sorgte für den braunen Klecks im farbenfrohen WM-Trubel. Dass der von ihr bemühte Vergleich eines deutschen Torjubels mit den Propaganda-Veranstaltungen des Dritten Reichs zu einem Aufreger erster Güte geriet, war nach einem kurzen Blick in die ZDF-Online-Foren klar, in denen die Emotionen Minuten nach dem Verbal-Fauxpas hochgingen. Was folgte, war logisch, aber verwunderlich, wenn man österreichische Verhältnisse gewohnt ist: eine Entschuldigung.
Prompt, klar und eindeutig fiel die Entschuldigung des deutschen TV-Sender aus: "Das ist eine verbale Entgleisung, die ihr und uns leidtut. Sie ist im Eifer der Situation entstanden. Wir bedauern das, und das wird so auch nicht mehr vorkommen."
Prompt, klar und eindeutig - Fremdwörter für manch heimische Politiker, deren verbale braune Ergüsse nur allzu oft die Grenze des Erträglichen unterschreiten. Aber eine Entschuldigung, die kommt hierzulande niemandem über die Lippen. Vielmehr beruft man sich auf die Meinungsfreiheit. Doch auch die hat ihre Grenzen, vor allem wenn man ein hohes politisches Amt ausübt.
So schmerzhaft es für die österreichische Seele klingen mag: Von Deutschland kann man sich eine satte Scheibe abschneiden.
(hoa)



















