Nadal will Rache für Pleite gegen Schweiz:
Wimbledon soll WM-Fehlstart wettmachen
- Spanier fordert Schweizer Rivalen Federer heraus
- Ärger über Auftakt-Pleite der Fußballer in Südafrika

·Schweiz schreibt vs. Spanien Geschichte
1:0-Erfolg der erste gegen Iberer überhaupt
·Und irgendwie noch
"hineingeflutscht"
Koubek als Lucky Loser
im Wimbledon-Hauptfeld
In Anbetracht des schwachen Auftakts der spanischen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika könnten Rafael Nadal die positiven Schlagzeilen für sein Land vorbehalten bleiben. Der Fußball-Fan und Tennis-Weltranglisten-Erste hat mit seinem Team vergangenen Mittwoch mitgelitten und die 0:1-Niederlage gegen die Schweiz mitverfolgt. Am Dienstag beginnt für den in Wimbledon als Nummer 2 gesetzten Spanier das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres gegen den Japaner Kei Nishikori.
Für Nadal könnte sich im Finale die Chance ergeben, den Ausgleich im "Ländermatch" Spanien-Schweiz zu besorgen - wenn er sich den 2008 gewonnenen Titel von Roger Federer zurückholen kann. 2009 fehlte der Mallorquiner wegen einer Verletzung, Federer holte seinen bereits sechsten Einzel-Titel auf dem Heiligen Rasen.
Der Fußball-Rasen wird mit weniger Akribie gepflegt wie jener in Wimbledon, dennoch hätte es Nadal durchaus auch zum Profi-Fußball verschlagen können. Sein Onkel Miguel Angel Nadal war ja erfolgreicher Profi beim FC Barcelona und 62-facher Nationalteamspieler. Dementsprechend interessiert ist der Tennis-Superstar auch am runden Leder und der WM in Südafrika.
Ärger über Niederlage und viel Pech
"Ich habe Roger gerade erst gesehen und ihm zum Fußball-Sieg gratuliert", erzählte Nadal, der sich über die Niederlage der Kicker gegen die Schweiz aber ärgerte. "Wir haben wahrscheinlich nicht unseren besten Fußball gezeigt, aber wir hätten das Match nie verlieren dürfen. Wir hatten sehr viel Pech, glaube ich", sagte Nadal.
Er selbst ist zwei Jahre nach seinem großen Wimbledon-Triumph, als er Federer im fünften Satz bei schon fast eingetretener Dunkelheit mit 9:7 und nach 4:47 Stunden besiegt hatte, praktisch auch eine Art "Titelverteidiger". "Dieser Titel hier war wohl einer meiner emotionalsten Momente meiner Karriere, weil ich hart gearbeitet habe, um mein Tennis auch auf anderen Belägen als Sand zu verbessern", erinnerte sich Nadal, der 2006 und 2007 die Wimbledon-Finali gegen den Schweizer verloren hatte.
Mit 22:0-Siegen auf Sand in Folge mit dem Höhepunkt am 6. Juni, dem fünften French-Open-Titel, hat er Zweifel an der Standhaftigkeit seiner im Vorjahr so angeschlagenen Knie vertrieben. Ob die lange und intensive Sandplatz-Saison auf Rasen ihren Tribut fordern wird, werde die Zeit zeigen, so Nadal. "Ich bin nicht sehr müde, ich weiß aber nicht, ob ich frisch bin oder nicht."
(apa/red)
