Freitag, 18. Juni 2010

Federer will Titel verteidigen: Fans hoffen
auf neuerliches "episches" Herren-Finale

  • Rang Roddick im Vorjahr 16:14 in Satz fünf nieder
  • Wimbledon: Neuerlicher "Sister Act" bei den Damen?

Drei Jahre in Folge haben die Fans in Wimbledon großartige Herren-Finali erlebt: 2007 rang Roger Federer Rafael Nadal in fünf Sätzen nieder, 2008 revanchierte sich Nadal schon bei Dämmerung mit 9:7 im fünften an dem Schweizer und im Vorjahr war wieder Federer gegen Andy Roddick der Glücklichere - als er sich mit 16:14 im Entscheidungssatz durchsetzte. Der 2009 verletzte Nadal kehrt nach zwei Jahren auf den "Heiligen Rasen" zurück - und voller Selbstvertrauen nach einer sensationellen Sandplatz-Saison, die im French-Open-Titel gipfelte.

"Ich werde nicht darüber nachdenken, dass ich hier vor zwei Jahren gewonnen habe", stellte Nadal aber klar. Vieles habe sich seither verändert. "Aber ich werde versuchen, in bester Verfassung anzutreten, was voriges Jahr nicht möglich war." Natürlich hoffen viele auf ein neuerliches Revival des wohl interessantestes Duells im modernen Herren-Tennis. Denn seit jenem Wimbledon-Ende 2008 im Dunkeln hat es nur drei Mal das Duell Federer-Nadal gegeben, im Madrid-Finale war es das erste seit einem Jahr.

Einen French-Open-Showdown hatte Robin Söderling mit einem Viertelfinalsieg über den Eidgenossen verhindert, und auch letztlich Federers vorläufiges Räumen von Platz 1 in der Weltrangliste bedingt. Für Federer, der in Wimbledon übrigens trotzdem als Nummer 1 gesetzt ist, geht es um seinen bereits siebenten Titel in Wimbledon, womit er mit Pete Sampras gleichziehen könnte. Neben dem erwähnten Trio ist freilich auch Andy Murray im Favoritenkreis zu erwähnen, präsentierte sich aber weder in Paris noch zuletzt im Queens Club in Topform. So mancher hat gar Lleyton Hewitt, den überraschenden Halle-Sieger, auf der Rechnung.

Williams-Schwestern Favoritinnen
Bei den Damen führt auch heuer kein Weg an den Williams-Schwestern vorbei: Seit dem Jahr 2000 haben Venus (5 Titel) und Serena (3) acht von zehn Einzel-Titeln an der Church Road gewonnen, vier Mal gab es gar den finalen "Sister Act". Für Venus, die sich gerne mit Tennis-Statistiken beschäftigt, wäre ein sechster Triumph auch etwas Besonderes, weil sie die erste über 30-Jährige seit Martina Navratilova 1990 wäre, die ein Major-Turnier gewinnt. Venus ist seit Donnerstag 30, aber immer noch eine der Hauptanwärterinnen neben ihrer Schwester.

Nicht Überraschungs-Paris-Siegerin Francesca Schiavone (ITA), sondern eher die dortige Finalistin Samantha Stosur (AUS), aber natürlich auch die zurückgekehrten Belgierinnen Justine Henin und Kim Clijsters sind die größten Kontrahentinnen. Ob Caroline Wozniacki oder gar die Siegerin von 2004, Maria Scharapowa, um den Sieg mitmischen können, ist fraglich.

(apa/red)

18.6.2010 15:56