Post vom Staatsanwalt für Hannes Kartnig:
Anklage gegen Ex-Sturm-Präsident ist fertig
- Inhalt der Klagsschrift allerdings noch nicht öffentlich
- Hat der Societylöwe Steuern hinterzogen oder nicht?

Die Staatsanwaltschaft Graz hat Anklage gegen den ehemaligen Präsidenten des Fußball-Bundesligisten Sturm Graz, Hannes Kartnig, und weitere Personen eingebracht. Die Vorwürfe wurden mit dem Hinweis, dass die Klagsschriften erst den Beschuldigten bzw. deren Rechtsvertretern zugestellt werden, noch nicht veröffentlicht. Dies werde in der kommenden Woche erfolgen, so ein Sprecher.
Die Verhaftung des früheren Sturm-Präsidenten, Grazer Unternehmers und Society-Löwen Hannes Kartnig (Jg. 1951) am 7. Mai 2007 setzte den vorläufigen Schlusspunkt hinter eine Bilderbuch-Selfmademan-Karriere: Seither wurde ermittelt, einvernommen und begutachtet, wobei sich die Hauptfrage darauf konzentrierte, in wie weit es sich bei den Malversationen um Steuerhinterziehung oder um strafrechtliche Tatbestände handelte.
"Grundsätzlich geständig"
Die Festnahme Kartnigs war wegen Verdachts des Finanzvergehens der Abgabenhinterziehung, der Verbrechen der Veruntreuung, der Untreue und betrügerischen Krida sowie des Vergehens der grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen erfolgt. Zunächst ging es um den Verbleib von 2,2 Mio. Euro: So sollten Spieler einen Teil ihres Gehalts als Schwarzgeld erhalten haben.
Die Anwälte des Ex-Sturm-Präsidenten, Richard Soyer und Michael Pacher, legten Haftbeschwerde ein. Kartnig zeigte sich bezüglich der Abgabenhinterziehung "grundsätzlich geständig".
Nach zwei Monaten Haft wurde Kartnig am 9. Juli 2007 gegen eine Kaution von einer Million Euro wieder auf freien Fuß gesetzt - mit ihm auch ein Ex-Sekretär von Sturm. Nachdem der OGH die Haftbeschwerde positiv entschieden und die U-Haft als zu Unrecht erkannt hatte, bekam Kartnig Kaution und Pass zurück. Bis zum Prozess kann es - unter Berücksichtigung der Einspruchsfristen - noch Monate dauern. (apa/red)
