Montag, 21. Juni 2010

"Jahrhundert-Regenfälle" in Südchina:
175 Todesopfer nach schweren Unwettern

  • Rund eine Million Menschen vor Fluten auf der Flucht
  • Überschwemmungen und Erdrutsche auch in Burma

Bei den schweren Überschwemmungen in Südchina sind 175 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100 Menschen wurden vermisst, wie das Einsatzzentrum des Verwaltungsministeriums in Peking berichtete. Mehr als 15 Millionen Menschen in neun Provinzen sind betroffen. Lang anhaltende Regenfälle sowie Erdrutsche haben auch im Nordwestens Burmas mindestens 63 Menschen das Leben gekostet. Die Zahl der Todesopfer könnte noch steigen.

In China wurden die wirtschaftlichen Schäden mit 19,7 Milliarden Yuan (2,33 Mrd. Euro) beziffert. 178.000 Häuser seien zerstört, 748.000 Hektar Erntefläche beschädigt worden, berichtete das Ministerium.

Von "Jahrhundert-Regenfällen" die Rede
"Ich habe in meinen Leben noch nie solche Überschwemmungen gesehen", sagte die 50-jährige Yu Ningshan in der Stadt Sanming in der ostchinesischen Provinz Fujian der Nachrichtenagentur Xinhua. In der Region war von "Jahrhundert-Regenfällen" die Rede, nachdem 225 Millimeter innerhalb von sechs Stunden gemessen worden waren. Mehr als eine Million Menschen in verschiedenen Provinzen wurden in Sicherheit gebracht. Eisenbahn- und Straßenverbindungen waren unterbrochen.

Regierungschef Wen Jiabao machte sich in der südchinesischen Region Guangxi selbst ein Bild vom Kampf gegen die Fluten und den Hilfsbemühungen für die Opfer. Er versprach den Betroffenen die Unterstützung durch die Behörden und mehr Hilfsgüter wie Lebensmittel, Trinkwasser und Kleidung, wie Xinhua berichtete.

In Burma kehrten Dorfbewohner bereits in ihre Häuser zurück, obwohl diese noch von Erdrutschen bedroht seien. Die Militärregierung und Hilfsorganisationen versorgten die Flutopfer mit Kleidung, Arznei und Nahrungsmitteln. Seit Beginn der Regenfälle am 13. Juni wurden viele von ihnen in Schulen und anderen Notunterkünften untergebracht.

(apa/red)

21.6.2010 13:23