Öl könnte noch vier Jahre lang sprudeln: Quelle enthält noch mehr als 7 Mrd. Liter
- Gefährliche Menge Methangas strömt aus dem Boden
- "Kopfwäsche" für BP-Chef vor dem US-Kongress

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Knapp zwei Monate nach der Explosion der BP-Plattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko bleibt der britische Konzern nach wie vor Antworten schuldig, wie es zu der größten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA kommen konnte. Bei einer stundenlangen Anhörung vor dem US-Kongress warfen verärgerte Abgeordnete BP-Chef Tony Hayward vor, sie weiter mit Ausflüchten abzuspeisen. Doch es gab auch andere Stimmen, die den Konzern in Schutz nahmen.
Unterdessen warnen Wissenschafter vor einer weiteren Gefahr, die bisher übersehen wurde: Aus dem Leck am Meeresboden strömen täglich nicht nur bis zu 9,5 Millionen Liter Öl, sondern auch eine gefährliche Menge Methangas.
Er "bedauere den Unfall zutiefst", sei "erschüttert", ja gar "am Boden zerstört", entschuldigte sich Hayward während des Kreuzverhörs wiederholt. Viel mehr war aus dem 53-jährigen Briten bei der Anhörung, dessen erster und einziger Zeuge er war, aber nicht herauszuholen. Es sei zu früh, um zu sagen, was den Vorfall verursacht habe, wimmelte er alle Fragen nach dem Warum ab. Ob BP das Risiko einer Ölpest bewusst in Kauf genommen habe, um Zeit und Geld zu sparen, wurde mit einem "Darüber weiß ich nichts", "Ich bin kein Ingenieur", "Ich war nicht an dem Entscheidungsprozess beteiligt" bedacht.
"Kopfwäsche" für Hayward"
Emails und andere BP-interne Dokumente, die von Ermittlern bisher ausgewertet wurden, legen den Schluss nahe, dass BP beim Bohren des Lochs in 1.600 Metern Tiefe fahrlässig gehandelt haben könnte. "Was wir bisher herausgefunden haben, ist alarmierend", sagte der demokratische Abgeordnete Bart Stupak, der besonders hart mit Hayward ins Gericht ging, wenngleich wenig erfolgreich.
Doch Hayward wurde auch in Schutz genommen. Der Republikaner Joe Barton entschuldigte sich bei Hayward für den unabhängigen Entschädigungsfonds, in den BP 20 Milliarden Dollar (16,3 Milliarden Euro) auf Betreiben der US-Regierung einzahlen muss. Das sei "Erpressung" seitens des Weißen Hauses. Barton, der 100.470 Dollar an Spenden von Öl- und Gasindustrie erhielt, musste sich später für die Bemerkung entschuldigen.
Unterdessen warnen Wissenschafter, dass mit dem Öl eine für die Umwelt bedrohliche Menge Methangas austrete. Der Meereskundler John Kessler von der Universität Texas A&M sagte, das Methan könne sich als tödlich für alles Meeresleben erweisen. BP hat nach eigenen Angaben allein in den letzten 15 Tagen 12,7 Millionen Kubikmeter Gas verbrannt; wie viel Methan ins Meer entwichen ist, ist schwer abzuschätzen. Methanblasen sollen auch für die Explosion der Ölplattform am 20. April verantwortlich gewesen sein. (apa/red)
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