Donnerstag, 17. Juni 2010

Nazi-Hetzfilm "Der ewige Jude" gespielt:
Budapester Polizei stoppt die Vorführung

  • Einer der Organisatoren kurzfristig festgenommen
  • Veranstalter: "Wahrheitsgetreu und aufklärend"

Die ungarische Polizei ist am Mittwochabend in Budapest gegen eine öffentliche Vorführung des antisemitischen Hetzfilms "Der ewige Jude" (Fritz Hippler, 1940) eingeschritten. Die Veranstaltung des auf Nazi-Literatur spezialisierten Buchgeschäfts der Gebrüder Gede sei bereits in Gang gewesen, als die Beamten erschienen, das "Programm" unterbrachen und die Zuseher nach Hause schickten, berichtete die Budapester Tageszeitung "Nepszava".

Einige der Organisatoren wurden nach diesen Informationen kurzzeitig festgenommen. "Der ewige Jude" ist ein Nazi-Propagandafilm mit antisemitischem Inhalt. NS-Diktator Adolf Hitler und sein Propagandachef Joseph Goebbels hatten auf seine Produktion persönlich Einfluss genommen hatten.

In einer Vorankündigung bezeichneten die Veranstalter den Hetzfilm als "erschreckend wahrheitsgetreu und aufklärend". Die Gebrüder Gede hatten bereits im Jahr 2008 den Nazifilm "Jud Süß" (1940) von Veit Harlan in Budapest gezeigt. Die ungarischen Behörden hatten damals nichts dagegen unternommen, weil die Budapester Staatsanwaltschaft gemeint hatte, die Vorführung dieses filmischen Pamphlets würde sich "unter den heutigen Umständen" nicht mehr zur Aufhetzung eignen.

(apa/red)

17.6.2010 09:54