Donnerstag, 17. Juni 2010

US-Präsident Obama mit Rede an die Nation:
"Kein Weg führt an sauberer Energie vorbei"

  • Ölpest: Täglich fließen 9,5 Millionen Liter aus Bohrleck
  • BP zahlen 20 Millionen Dollar für Entschädigungsfonds

Die schlimmste Ölpest der US-Geschichte hat nach den Worten von Präsident Barack Obama überdeutlich gemacht, dass kein Weg an sauberen Energien vorbeiführt. "Die Tragödie vor unserer Küste ist die bislang schmerzlichste und stärkste Erinnerung daran, dass jetzt die Zeit für eine Zukunft mit sauberen Energien ist", sagte Obama in seiner Rede an die Nation.

Jetzt sei der Augenblick gekommen, "eine nationale Mission für amerikanische Innovation zu entfesseln", betonte Obama in der ersten Ansprache seiner Amtszeit aus dem Oval Office. "Die Folgen unserer Untätigkeit sind jetzt klar vor unseren Augen."ugleich versprach er einen Kampf gegen die Ölkatastrophe mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. "In den nächsten Tagen und Wochen" solle erreicht werden, dass bis zu 90 Prozent des ausströmenden Öl aufgefangen werden könnten.

Obama verteidigte die Bemühungen der Regierung seit Beginn der Katastrophe vor acht Wochen, die er mit einer Epidemie verglich. Es werde allerdings Monate, wenn nicht gar Jahre dauern, bis die Folgen der Ölpest beseitigt seien, räumte er ein.

Der Präsident kündigte einen unabhängig verwalteten Fonds an, damit Schadensersatzforderungen als Folge der Ölpest "fair und zeitnah" erfüllt werden. "Dieser Fonds wird nicht von BP kontrolliert werden", betonte Obama. Er werde sich mit dem BP-Aufsichtsratsvorsitzenden Carl-Henric Svanberg treffen und ihn darüber informierten, "soviel Mittel zur Verfügung zu stellen wie nötig, um Arbeiter und Geschäftsleute zu kompensieren, die durch die Rücksichtslosigkeit seines Unternehmens Schaden erlitten".

Täglich 9,5 Mio. Liter Öl
Aus dem lecken Bohrloch in 1.500 Metern Tiefe strömen nach neuen Schätzungen täglich bis zu 60.000 Barrel Öl ins Meer, das entspricht etwa 9,5 Millionen Liter, wie US-Innenminister Ken Salazar bekanntgab. Die Bandbreite liege zwischen 35.000 und 60.000 Barrel.

"Diese Schätzung, die wir weiter verfeinern werden, je mehr neue Daten und neue Analysen den Forscherteams vorliegen, ist die bisher umfassendste Einschätzung der täglich auslaufenden Ölmenge", sagte Salazar.

Erst am Wochenende waren die Schätzungen einer von der US-Regierung eingesetzten unabhängigen Expertengruppe bekannt geworden, welche die auslaufende Ölmenge mit täglich mindestens 40.000 Barrel Öl (6,4 Millionen Liter) angegeben hatte - mindestens doppelt so viel wie zuvor angenommen.

BP müssen 20 Mio. Dollar zahlen
Wegen der Ölpest im Golf von Mexiko zahlt BP nach US-Angaben 20 Milliarden Dollar (16,3 Mrd. Euro) in einen unabhängigen Entschädigungsfonds. Damit erfüllt der britische Konzern eine zentrale Forderung, mit der US-Präsident in sein erstes persönliches Gespräch mit der BP-Spitze gegangen war.

Wie eine mit den Plänen vertraute Person nach dem Treffen im Weißen Haus erklärte, soll der Fonds von Kenneth Feinberg verwaltet werden. Dieser fungiert als Sonderbeauftragter für Überprüfungen von Manager-Gehältern und war Verwalter des Kompensationsfonds für Hinterbliebene von Opfern der Terroranschläge von 9/11.

BP soll mehrere Jahre Zeit bekommen, das Geld für den Fonds aufzubringen, schrieb die "New York Times" in ihrer Online-Ausgabe. Nach Angaben eines Regierungsvertreters bedeutet der Fonds nicht, dass die Entschädigungssumme von BP bei 20 Milliarden Dollar gedeckelt sei. Unklar blieb zunächst, wie der Konzern das zugesagte Geld aufbringen will und ob die BP-Dividende davon betroffen sein könnte. Ranghohe US-Politiker hatten zuvor gefordert, dass das Unternehmen so lange keine Dividende an seine Aktionäre ausschütten dürfe, bis der durch die Ölpest entstandene Schaden wieder vollständig behoben ist.

(apa/red)

17.6.2010 08:51
pheno28, 17. 06. '10 12:49
20.000.000 vs. 20.000.000.000
also auf wieviel beläuft sich der Fonds nun wirklich? Ich bitte die Redaktion um Englischnachhilfe für den Autor, ich werde die Zahl mittlerweile auf einer qualitativ höherwertigeren Homepage suchen.
m3dicus, 16. 06. '10 14:25
Marionetten Blabla
Dieser Affe will doch nur seine CO2-Pro-Kopf-Steuer unter der Tarnung der erneuerbaren Energien durchsetzen.

Wenn das so weiter geht wird irgendwann jeder von uns für sein im Körper produziertes CO2 zahlen müssen.
Dabei ist ja mittlerweile schon längst erwiesen, dass CO2 nicht im Geringsten mit dem Klima zu tun hat!
Stichwort: CLIMATEGATE
Bananenbiager, 16. 06. '10 12:12
Wer es glaubt wird selig
Kaum tritt der weise Häuptling der "Weltmacht" ans Mikro und plaudert Worthülsen, dann und nur dann, ist es klar das die Zukunft der erneuerbaren Energie gehört.

Wir werden ja sehen wieviel Etat der große Meister für die "neuen" Energieformen bereitstellt und es umgesetzt wird.

Kann es sein, das Obama und Pröll die selben Medienberater haben? Zu allem seinen Senf dazu geben, aber nichts wirklich in die Gänge bringen...
stabilis, 16. 06. '10 11:52
BP soll nicht der sündenbock werden - alles sind schuld!
Es ist zwar verwerflich (und verständlich) das BP versucht das Geld der Aktionäre zu retten, aber das hat Obama abgestellt.
Tatsache ist aber, dass es zufällig BP erwischt hat und nicht EXXON oder Shell etc. - d.h. ALLE Erdölgesellschaften welche die USA beliefern sollten jetzt GEMEINSAM das Problem lösen über einen Rettungs- und Sanierungsfond.
brabus, 16. 06. '10 11:13
Saubere Energie
Es muss wohl immer erst Katastrophen geben ehe der Mensch erkennt, dass man Geld nicht essen kann, wenn einmal die Natur verseucht wurde (sagte schon mal ein weiser Häuptling). Und saubere Energie ? Die Atomlobby wird das für sich beanspruchen, weil was nächsten tausend Jahre mit dem strahlenden Zeug passiert interessiert niemanden. Solar, Wind, Holz, Sole ? Alles Stiefkinder der Energielobby weil zuwenig Profit. Wir benötigen eine drastische Reduzierung des weltweiten Energieverbrauchs. Und da kann jeder bei sich selbst beginnen, sei es beim persönlichen Energieverbrauch (Auto, Wohnung) oder beim Kauf von Konsumgütern mit einem hohen C02 footprint, der ein Abbild des Energieverbauches ist. Erst dann können wir wirklich über Alternativenergien sprechen, die diesen Bedarf abdecken können.
founder, 16. 06. '10 08:02
Die gesamte US Ölproduktion ersetzen
sind etwa 2 kW Photovoltaik pro US Bürger. Gerade die USA haben mit Applied Materials und First Solar Firmen die in der Kostensenkung für PV führend sind.

http://wohnen.pege.org/2010-intersolar/applied-materials.htm