Montag, 14. Juni 2010

Ölpest kostet BP bisher 1,6 Mrd. Dollar: US- Präsident Obama unter Handlungsdruck

  • Über 50.000 Schadensersatzforderungen eingegangen
  • Mit weiterem System soll Rohöls aufgefangen werden

Die verheerende Ölpest im Golf von Mexiko hat den britischen Ölkonzern BP bereits 1,6 Mrd. Dollar (1,319 Mrd. Euro) gekostet. Es seien mehr als 50.000 Schadensersatzforderungen eingegangen, teilte BP mit. Mehr als 26.500 Zahlungen im Gesamtwert von über 62 Mio. Dollar seien gemacht worden.

Der Energiekonzern BP will bis Ende Juni täglich mehr als 50.000 Barrel (acht Millionen Liter) Öl aus dem lecken Bohrloch im Golf von Mexiko abpumpen. Das sieht ein Plan vor, den BP dem Weißen Haus präsentierte, wie ein Vertreter der US-Regierung sagte. Demnach will BP ein Schiff aus Südamerika, zwei weitere Tanker aus Europa und ein flexibles Ansaugrohr zur gesunkenen Bohrinsel bringen, um mehr Öl abpumpen zu können.

Angesichts neuer, alarmierender Schätzungen zum tatsächlichen Ausmaß der Ölpest hatte die US-Küstenwache den britischen Konzern zu verstärkten Anstrengungen aufgefordert. Nach neuen Schätzungen einer von der US-Regierung eingesetzten unabhängigen Expertengruppe fließen täglich mindestens 40.000 Barrel Öl (6,4 Millionen Liter) aus dem lecken Bohrloch in mehr als 1.500 Metern Tiefe ins Meer und damit mindestens doppelt so viel wie bisher angenommen. Bisher fing der Konzern nach eigenen Angaben täglich 28.000 Barrel auf. Ein Entlastungsbohrloch und damit die einzige dauerhafte Lösung wird erst im August fertig sein.

Am 20. April war die BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko explodiert und zwei Tage später gesunken. Seitdem fließt Öl ins Meer, zahlreiche Küsten der angrenzenden Bundesstaaten sind bereits verschmutzt. Es ist die größte Ölkatastrophe in der Geschichte der USA. US-Präsident Barack Obama wollte am Montag zum vierten Mal seit der Explosion der Bohrinsel in die von der Ölpest betroffenen Gebiete reisen.

(apa/red)

14.6.2010 14:38