Donnerstag, 17. Juni 2010

Statt Tipp 1, 2 oder x lieber "Tipp Avatar":
USA erlauben Finanzwetten auf Kinofilme

  • Investoren und Private können auf Erfolg wetten
  • Hollywood-Studios davon ganz & gar nicht begeistert

Das Leinwanderlebnis als großer Geldbringer. Das ist einmal etwas Neues: Investoren sollen zukünftig Filme nicht nur im Kino genießen können, sondern den Nervenkitzel zusätzlich steigern, indem sie auf den Erfolg eines Filmes wetten.

Auf einer Internetseite (Hollywood Stock Exchange) existiert bereits, was bald Realität werden soll: Der Handel mit Kinofilm-Aktien. So ist bei der Online-Börse vor kurzem das hoch gehandelte "A-Team" ziemlich abgestürzt, da das Remake von "Karate Kid" überraschenderweise mehr Besucher in die Kinos lockte. Deshalb liegt die Aktie "A-Team" nur noch bei 69,70 Dollar obwohl sie zuvor doppelt so viel wert war.

Zwei Anbieter beantragen Lizenz
Bei der Hollywood Stock Exchange wird jedoch nur um fiktive Dollar gegamblt. An der realen Börse soll aus diesem Spiel bald ernst werden. Zwei Anbieter haben, so berichtet spiegel.de, bei der zuständigen US-Aufsichtsbehörde tatsächlich Lizenzen für das Wettgeschäft auf den Erfolg von Filmen beantragt. Für einen der beiden Anbieter, Trend Exchange, gibt es bereits grünes Licht. Über den Antrag der Canter Exchange (CX) soll in den nächsten Tagen entschieden werden.

Der Unterschied zwischen den beiden Anbietern liegt darin, dass die Trend Exchange größere Anleger anziehen will – mit einem Mindesteinsatz von 5.000 Dollar. CX hingegen will die Wetten auch privaten Anlegern ermöglichen. Die Genehmigung soll auch hier so gut wie fix sein.

Prinzip der Börse
Das Prinzip der Online-Spiel-Börse soll auch auf die echte Börse übertragen werden. Dabei werden einen Monat nach Kinostart die Aktien des Filmes vom Markt genommen. Wer zum Beispiel 200 Dollar für eine Aktie ausgegeben hat, rechnet mit mehr als 200 Millionen Dollar Einspielergebnis im Kino. Wenn der Film dann sogar 250 Millionen Dollar einspielt, gibt es einen Gewinn von 50 Dollar pro Aktie.

Keine Freude in Hollywood
Aus diesen Anlegern sollen nun echte Anleger werden – mit echtem Geld. Was Anleger und Filmfreunde freut, nehmen die Hollywood-Studios nicht gerade erfreut auf. Sie haben sich vehement dagegen gewehrt, denn sie sind besorgt, dass, sollte ein Film bereits vor dem Start schlecht gehandelt werden, auch die Kinobesucher ausbleiben. Die Angst geht auch noch weiter: Sollte Hollywood in die Hände von Finanzspekulanten geraten, gäbe es folgendes Horrorszenario: Zuerst wird schlecht über einen Film geredet, daraufhin stürzt der Kurs ab und dadurch ist das Vertrauen so erschüttert, dass Kinos das Risiko nicht eingehen wollen und lieber einen anderen Film zeigen. Außerdem werden auch noch Kursmanipulationen und Insiderhandel befürchtet.

Gesetzesänderung könnte Umsetzung verhindern
Noch muss sich Hollywood jedoch nicht sorgen, denn auch die in Amerika gerade verhandelten strengeren Regeln für den Finanzmarkt, würden die genehmigten Filmderivate schon wieder verbieten. Die Lobby der großen Studios, die Motion Picture Association of America (MPAA), unterstützt diesen Gesetzesentwurf natürlich. Dagegen hat nun wieder die Venture-Capital-Gesellschaft hinter Trend Exchange Protest angekündigt. Sie will den Kongress überzeugen, die Derivate nicht zu verbieten. Vielleicht sollte man also seine Wetten zunächst eher darauf beschränken, ob denn in Zukunft auf den Filmerfolg gewettet werden wird oder nicht…

17.6.2010 14:23
brabus, 18. 06. '10 10:46
Börse und Wetten
Die Bestätigung, dass aus dem ganzen Spekulationsdesaster nichts gelernt wurde - wie grenzenlos ist doch Dummheit und Geldgier.


Kino

Men in Black 3

Komödie, Science Fiction - USA, 2012

Regie: Barry Sonnenfeld

Mit: Will Smith, Josh Brolin, Tommy Lee Jones, Alice Eve, Emma Thompson

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