Kolumbienwahl von Gewalt überschattet: 16 Tote rund um Präsidentschafts-Stichwahl
- FARC: Angeblich Anschläge auf Wahllokale geplant
- Juan Manuel Santos entschied Wahl haushoch für sich

Bei Anschlägen linker Rebellen sind in Kolumbien am Tag der Stichwahl um das Präsidentenamt mindestens 16 Menschen getötet worden. Mitglieder der marxistischen Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" hätten drei Soldaten erschossen, die Wahlunterlagen in einen abgelegenen Ort der Provinz Meta im Zentrum des Landes transportieren sollten, teilte Verteidigungsminister Gabriel Silva mit.
Weitere sieben Polizisten seien in einem Minenfeld in der Provinz Norte de Santander nahe der Grenze zu Venezuela getötet worden. Weitere acht Beamte würden dort noch vermisst.
Wilde Schießereien
Ebenfalls in Meta erschoss das Militär sechs FARC-Rebellen, die nach Angaben der Behörden Anschläge auf Wahllokale planten. Weitere neun FARC-Mitglieder seien in der Hafenstadt Buenaventura am Pazifik festgenommen worden, kurz bevor sie Anschläge verüben konnten, hieß es. Insgesamt seien 350.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz, um einen geordneten Wahlverlauf zu sichern.
Santos gewann Stichwahl
Der Regierungskandidat Juan Manuel Santos hat die Stichwahl um das kolumbianische Präsidentenamt haushoch gewonnen. Für den 58-jährigen früheren Verteidigungsminister stimmten nach Angaben der zentralen Wahlkommission 68,80 Prozent der Wähler. Sein Kontrahent, der unabhängige Kandidat der kleinen Grünen Partei, Antanas Mockus (58), erhielt 27,50 Prozent. Die Angaben beruhten auf Auszählung von 91,59 Prozent der Stimmen. Santos tritt damit am 7. August für vier Jahre die Nachfolge von Amtsinhaber Alvaro Uribe an.
(apa/red)
