Millionen-Lösegeld für Schweizer Geisel:
Libyen ließ Max Göldi nur gegen Bares frei
- Als Entschädigung für Polizeifotos von Gaddafis Sohn
- Geschäftsmann durfte Tripolis vor kurzem verlassen

·Tauwetter zwischen Schweiz und Libyen
Ländern normalisieren angespanntes Verhältnis
·Gaddafis Privatkrieg gegen die Schweiz
Machthaber ließ dutzende Geschäftsleute verhaften
Die Schweiz hat 1,5 Mio. Franken (ca. eine Mio. Euro) auf ein deutsches Konto überwiesen, damit Max Göldi aus seinem Gefängnis in Libyen freikommen konnte. Das Geld soll Tripolis entschädigen, falls die Schuldigen für die Weitergabe der Polizeifotos von Hannibal Gaddafi an die "Tribune de Geneve" nicht gefunden werden. Einen entsprechenden Bericht des Westschweizer Radios RSR bestätigte das Außenministerium in Bern.
Göldi war das letzte Opfer im Nervenkrieg zwischen Libyen und der Schweiz, der vor zwei Jahren mit der vorübergehenden Verhaftung des Sohnes des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi in Genf begonnen hatte. Hannibal Gaddafi und seine Frau sollen Hotelangestellte misshandelt haben, was sie bestritten. Zusammen mit Göldi war Rachid Hamdani, ein Schweizer Geschäftsmann tunesischer Herkunft, in Libyen vor Gericht gestellt worden. Den beiden Männern wurden unter anderem Visa-Vergehen vorgeworfen. Hamdani konnte Libyen später verlassen. Dagegen wurde Göldi im Februar zu der Gefängnisstrafe verurteilt. apa/red)
