Ex-Sowjetstaaten erwägen Militärhilfe für Kirgistan: Armee braucht mehr Ausrüstung
- Russland-Bündnis will helfen, Unruhen einzudämmen
- Schlimmster ethnischer Konflikt seit 20 Jahren

·Kirgistan versinkt in einem blutigen Chaos
Präsidentin bittet Russen
um militärischen Beistand
·Bakijew tritt zurück und geht ins Ausland
Kirgisischer Präsident in Nachbarland Kasachstan
Zur Eindämmung der Gewalt in Kirgistan erwägt eine Gruppe von Ex-Sowjetrepubliken um Russland Militärhubschrauber und -fahrzeuge in das Krisengebiet zu schicken. Das zentralasiatische Land verfüge aktuell über genügend Truppen, brauche aber mehr Ausrüstung, zitierten russische Nachrichtenagenturen den Generalsekretär des Sicherheitsbündnisses OVKS nach Beratungen in Moskau.
Der Vorschlag soll nun in den Mitgliedsstaaten des OVKS beraten werden, zu denen neben Kirgistan und Russland auch Usbekistan, Weißrussland, Armenien, Kasachstan und Tadschikistan gehören. Russlands Präsident Dmitri Medwedew signalisiert, dass eine Entsendung von Truppen nicht ausgeschlossen wird: Die Lage in Kirgistan sei nicht zu tolerieren. Es müsse alles getan werden, um die Gewalt zu stoppen, so Medwedew.
In Kirgistan toben die schwersten Auseinandersetzungen zwischen Usbeken und Kirgisen seit 20 Jahren. Bei den Unruhen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens 124 Menschen getötet und 1609 verletzt. Tausende Usbeken sind in das Grenzgebiet zu Usbekistan geflohen. Die Lage in den kirgisischen Städten Osch und Dschalalabad bezeichnete das Innenministerium als angespannt. Ein Reuters-Augenzeuge in Osch berichtete von Straßenbanden, die in einem Stadtbezirk erneut auf Häuser und Menschen schossen.
Die kirgisische Übergangsregierung hatte am Wochenende an Russland appelliert, Soldaten zu entsenden. Die Regierung in Moskau entsandte am Sonntag aber lediglich 150 Soldaten zum Schutz russischer Einrichtungen in dem Land. Die Vereinten Nationen fordern die Einrichtung eines sicheren Korridors für Hilfslieferungen.
Die Unruhen haben nicht nur in Russland, sondern auch in den USA für Beunruhigung gesorgt. Beide Länder unterhalten Militärstützpunkte in dem Land. Seit dem Sturz des ehemaligen Präsidenten Kurmanbek Bakijew im April ist es der Übergangsregierung nicht gelungen, die volle Kontrolle über den Süden des Landes zu übernehmen. Über die genauen Auslöser der Unruhen herrschte auch am Montag Unklarheit. (apa/red)
