Samstag, 19. Juni 2010

Österreicher wollen Reichen bluten sehen: Rund 70 Prozent sind für Vermögenssteuern

  • profil: 18 Prozent halten Steuern für "schlechte Idee"
  • SPÖ fordert gerechtere Besteuerung der Millionäre

Die deutliche Mehrheit der Österreicher tritt für die Einführung einer Vermögenssteuer ein. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Karmasin" für das Nachrichtenmagazin "profil" würden 72 Prozent der Befragten die Einführung einer Vermögenssteuer begrüßen. Nur 18 Prozent geben demnach an, sie hielten Vermögenssteuern für eine "schlechte Idee". Zehn Prozent wollten sich nicht festlegen.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Kräuter erklärte dazu, für die SPÖ sei "eine gerechtere Besteuerung der Millionäre eine nicht verhandelbare Grundsatzforderung." ÖVP-Generalsekretär Kaltenegger warnte hingegen davor, die Pläne der SPÖ würden "jedes Einfamilienhaus und jedes Sparbuch" treffen.

SPÖ für gerechtere Besteuerung der Reichen
Ohne einer gerechteren Besteuerung der Millionäre werde "eine herbstliche Einigung auf ein Gesamtpaket nicht möglich sein", so Kräuter. Er verwies auf den veröffentlichen "Vermögensreport 2010" der Liechtensteiner Investmentgesellschaft Valluga, demnach die Anzahl der Millionäre in Österreich im vergangenen Jahr trotz der Wirtschaftskrise um elf Prozent angestiegen ist - und zwar um elf Prozent.

Vonseiten Kalteneggers hieß, die SPÖ streue den Leuten "unehrlich Sand in die Augen". Die Sozialdemokratie wolle eine "breite Eigentumsbesteuerung" mit einem Volumen von fünf Mrd. Euro - diese Summe würde man aber nur dann erreichen, wenn man "jedes Einfamilienhaus und jedes Sparbuch trifft". Die SPÖ habe mit ihrem "Linksruck" auf ihrem Parteitag Anträge für Erbschaftssteuer, Grundsteuer, Schenkungssteuer und die klassische Vermögenssteuer beschlossen, "bei der jeder österreichische Steuerpflichtige jeden Cent seines Eigentums der Behörde melden muss". Die ÖVP aber - "als einzige Partei der Mitte" wolle den Mittelstand nicht doppelt belasten, hieß es aus dem Generalsekretariat.

(apa/red)

19.6.2010 16:56