Mittwoch, 9. Juni 2010

Vom Paulus zum Saulus

  • Markus R. Leeb über die wachsende Apple-Allergie
  • Kommentar: Was ist Ihre MEINUNG zu dem Thema?

Zugegeben, ich arbeite gern mit Apple: iMac, MacBook, iPhone gehören zu meinem Alltag. Jahrelang fand ich Apple verdammt cool. Apple war immer schon anders als die ganze Branche. Als Apple-User konnte ich mich anders fühlen, einen Hauch Individualismus beweisen. Der unermüdliche Kämpfer Steve Jobs hatte für mich gute Ideen und einfache Lösungen parat. Seine Produkte mit dem Apfel-Logo waren mir sympathisch, Microsoft hingegen fand ich eher abstoßend.

Meine Computerwelt war klar aufgeteilt: auf der einen Seite die gierigen, alles beherrschenden Konzerne und auf der anderen Seite Apple, klein, aber nicht unterzukriegen. Diese Welt sieht heute anders aus. Mein Unbehagen schwelt seit Monaten ob der Reglementierung der Inhalte. Ein unsympathischer Kontrollwahn blickt hinter dem Apfel hervor. Dass Apple gar den mit dem Pulitzer- Preis ausgezeichneten politischen Karikaturisten Mark Fiore vom App-Store verbannte, weil man sich nicht über die Obrigkeit lustig macht, ist ein unverzeihlicher Sündenfall. Soll ich mir von einem Technikkonzern etwa vorschreiben lassen, was ich sehen und hören darf? Für mich avancierte Apple vom Paulus zum Saulus, wenn Sie mir den biblischen Vergleich gestatten. Anders ausgedrückt: Mein einstiger Jedi-Ritter Steve Jobs entpuppt sich für mich als Darth Vader.

Markus R. Leeb

leeb.markus@news.at

9.6.2010 16:49