In den Hintern getreten
- Kurt Kuch über Zahlen & Fakten zu Großpleiten
- PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?
Mein vorwöchiger Kommentar hat mir zahlreiche Leserbriefe beschert: Ich hatte die Dimension des Kärntner Hypo-Debakels mit den Kosten der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko verglichen und Barack Obamas Zitat, er wisse nun, wem er in den Hintern treten müsse, auf Österreich umgelegt. Unter den Leserbriefschreibern waren nun einige, die felsenfest davon überzeugt sind, dass Österreich schon größere Pleiten erlebt habe und sich ein Tritt in den Hintern einiger Kärntner Politiker und Bankmanager daher er übrigen würde.
Die Fakten: Die Haftung des Landes Kärnten bei der Hypo betrug fast 20 Milliarden Euro. Ohne milliardenschwere Soforthilfe und Haftungsübernahme durch die Republik wären die Bank und das Land pleite gewesen. Zum Vergleich: Beim Konsum fehlten einst 26 Milliarden Schilling (nach heutigem Wert rund 2,2 Milliarden Euro); bei der Bawag ging es um rund zwei Milliarden Euro; bei der Bank Burgenland um 500 Millionen Euro; bei der Bank für Handel und Industrie waren es einst gar nur 50 Millionen Euro.
Der Schaden bei der Hypo ist also je nach Betrachtungs- und Berechnungsweise Bawag mal drei bis neun. Der Unterschied: Bei der Hypo zahlt der Steuerzahler. Und: Die Hypo-Verantwortlichen laufen frei herum. Ganz ohne Tritt in den Hintern.
