Montag, 7. Juni 2010

Christian Kern löst ÖBB-Chef Klugar ab: Führungswechsel in sehr schwieriger Phase

  • Große Herausforderung für Ex-Verbund-Manager
  • Pension: Peter Klugar wechselt in den Ruhestand

An der Spitze der Österreichischen Bundesbahnen findet ein Wechsel statt: Der bisherige Verbund-Manager Christian Kern (44) löst Peter Klugar (61) ab, der in den Ruhestand wechseln wird. Bereits seit April werkt Franz Seiser im ÖBB-Holding-Vorstand, dritter bleibt Finanzvorstand Josef Halbmayr.

Kern übernimmt den Chefsessel in einer schwierigen Phase: Die staatseigenen ÖBB sind in den letzten Monaten zunehmend zum Zankapfel in der Koalition geworden.

Die ÖVP hat aus Protest ihre Aufsichtsräte aus dem Holding-Aufsichtsrat abgezogen und fordert Einsparungen beim Personal. Weiters stehen in den nächsten Monaten große Weichenstellungen an: Alle Bahnprojekte stehen aus Budgetnöten auf dem Prüfstand, bis Mitte Oktober will das Verkehrsministerium eine Prioritätenliste erstellen. Mittlerweile machen die - wahlkämpfenden - Steirer und die Kärntner Druck für den Koralmtunnel, die Tiroler fordern den Baubeginn des Brennerbasistunnels.

Für die rund 42.000 ÖBB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht eine Lohnrunde bevor. Die Lohnverhandlungen könnten zu einer ersten Machtprobe für Kern und Konzernbetriebsratschef Wilhelm Haberzettl werden. Zweiter interner Streitpunkt sind die frühen Pensionierungen mit im Schnitt 52 Jahren: Die Vorgabe der Verkehrsministerin lautet, das Pensionsantrittsalter jährlich um ein Jahr anzuheben - die ÖVP sieht hier ebenfalls zu wenig Bemühungen.

(apa/red)

7.6.2010 08:11
kirkfrank1, 08. 06. '10 16:48
ÖBB
Das einzige was sich bei der ÖBB so von Zeit zu Zeit ändert ist der Wechsel bei den Generaldirektoren die ja alle mit Millioenabfertigungungen (wir haben es ja) in die Wüste entschuldigung Pension geschickt werden. Ansonsten hängt der ganze Laden am finanziellen Tropf vom Staat ja jenachdem wie man rechnet sind es bis zu 6,9 Mrd € jährlich. Da möge bitte schön etwas Kritik von den Herren Poltikern erlaubt sein. Dann noch diese Alpträume von 9 mrd teuren Grossprojekten wie den Brenner Basis Tunnel den sich weder österreich noch Italien wirklich leisten kann. Wenn es keinen Zwang zur Verlagerung von der Strasse auf die Schiene gibt, dann ist das ganze Projekt ein Milliardengrab.