Nordkoreas Star träumt vom Durchbruch:
Goalgetter Jong kündigt ein Tor pro Spiel an
- Sohn von Südkoreanern spielt für japanischen Club
- Der Torjäger gilt als einer der besten Spieler in Asien

Nordkoreas Hoffnungen ruhen auf einem in Japan geborenen Südkoreaner. Jong Tae-se erblickte in Nagoya das Licht der Welt, besuchte jedoch auf Bestreben seiner Mutter - ebenso wie der Vater südkoreanischer Staatsbürger - eine Schule und eine Universität, die Nordkorea nahestanden.
Im Laufe der Zeit identifizierte sich der Stürmer vom japanischen Club Kawasaki Frontale immer mehr mit Nordkorea, den endgültigen Ausschlag für den Entschluss, für Nordkorea zu spielen, soll eine Niederlage der Koreaner gegen Japan in einem Qualifikationsspiel für die WM 2006 gegeben haben.
Mittlerweile müssen sich der japanische und südkoreanische Verband harsche Kritik gefallen lassen, sich nicht genug um Jong bemüht zu haben. Der Angreifer gilt als einer der besten Spieler Asiens und wird wegen seiner Beweglichkeit und Aggressivität als "Wayne Rooney des Volkes" bezeichnet. Vergleiche mit dem englischen Star lehnt der 26-Jährige jedoch ab. "Ich bin glücklich, so genannt zu werden, doch mein Stil ähnelt eher dem von Didier Drogba."
Mit dem Goalgetter der Elfenbeinküste will Jong am 25. Juni in Nelspriut das Trikot tauschen, vorher aber hat er eine Top-Sensation im Visier. "Wir werden gegen Brasilien gewinnen", behauptete der Angreifer.
Dem nordkoreanischen Team traut er eine ähnliche Überraschung zu wie 1966, als die Asiaten auch dank eines Sieges über Italien bis ins Viertelfinale vordrangen. "Ich bin mit einem Video über die WM 1966 aufgewachsen und wollte schon damals das Gleiche schaffen, nämlich die ganze Welt zu überraschen."
Am Selbstvertrauen sollte dieses Unterfangen nicht scheitern, schließlich hat Jong ein Tor pro WM-Match angekündigt. "Es ist sicher nicht nur ein Traum von uns, ins Achtelfinale aufzusteigen. Wir haben eine gute Mannschaft mit Charaktereigenschaften, die kein anderes Team hat."
Doch nicht nur in punkto Charakter ist Nordkorea mit keinem anderen WM-Teilnehmer vergleichbar - das ultra-kommunistische Land genießt in der Welt einer zweifelhaften Ruf. "Aber Sport und Politik sind zwei verschiedene Sachen. Niemand weiß etwas über Nordkorea, und ich will das Image dieses Landes ändern", kündigte Jong an.
(APA/red)


















