13.6.2010 15:09

Messi zauberte bei der "Maradona-Show": Argentinien bei Auftaktsieg in WM-Form

  • Starke Leistung bei 1:0-Erfolg gegen Nigeria
  • Rastloser Maradona: "Der Startsieg bringt Ruhe"

Mit einer mehr als respektablen Vorstellung hat Argentiniens Nationalmannschaft Kritikern den Wind aus den Segeln genommen. Groß waren auch in der Heimat die Zweifel an der "Albiceleste" und ihrem Anspruch auf den Gewinn des dritten WM-Titels. Der 1:0-Erfolg bei der WM in Südafrika gegen Nigeria bewies aber vorerst, dass mit der Mannschaft rund um den spielfreudigen Lionel Messi zu rechnen sein wird.

Auf dem Feld ließ der mit sämtlichen Freiheiten ausgestattete Messi endlich auch im weiß-blauen Trikot des zweifachen Weltmeisters jene Klasse aufblitzen, die ihm beim FC Barcelona Weltruhm eingebracht hat. Auf der Bank inszenierte hingegen Diego Armando Maradona seine WM-Rückkehr. Der Weltmeister von 1986 hat dabei offenbar noch immer einen Draht zur höchsten Instanz: "Ich danke Gott. Der Startsieg bringt uns etwas Ruhe."

Im schicken Maßanzug und Krawatte - gemäß italienischen Recherchen auf Wunsch seiner Töchter - kehrte "El Diez" auf jene Bühne zurück, von der er 16 Jahre zuvor mit Schimpf und Schande verjagt worden war. Beim 2:1-Erfolg gegen Nigeria hatte Maradona im Juni 1994 ein letztes Mal im Match-Trikot der "Gauchos" gejubelt. Wenige Tage später flog auf, dass er einen Doping-Cocktail konsumiert hatte.

Maradona-Show
Gegen Nigeria schloss sich nun der Kreis. Ungezählte Skandale, Abstürze, Hochs und Depressionen später stand Maradona wieder auf einem heiligen WM-Rasen. Im Ellis Park von Johannesburg jubelte ein 49-Jähriger, der eigentlich Coach, aber am liebsten ein ewiger Spieler wäre. Minutenlang zelebrierte Maradona den frühen, schlussendlich entscheidenden Kopfballtreffer von Gabriel Heinze (6.).

Verpassten Chancen trauerte er gestenreich nach. Die Fußball-Legende sprang, stampfte, tänzelte, ruderte mit den Händen, forderte beim vierten Unparteiischen eindringlich Verwarnungen. Und wenn Maradona einmal kurz in sich kehrte, verschränkte er die Arme in der Art eines Feldherrn. Die Coachingzone war für dieses Spektakel viel zu knapp bemessen. Geniale Schachzüge benötigte Maradona nicht, da die Offensiv-Qualität seiner Elf gegen harmlose Nigerianer genügte. Am Ende ballte der umstrittene Teamchef die Faust und herzte jeden seiner Spieler leidenschaftlich.

Der auffälligste Akteur auf dem Spielfeld war Lionel Messi. Einmal am Ball war der Weltfußballer fast nicht zu bremsen. Der 22-Jährige hatte bei praktisch allen gefährlichen Aktionen der Argentinier die Füße im Spiel, es fehlte nur die Krönung in Form eines Treffers. Dass er sich nicht in die Torschützenliste eintrug, lag allein an Vincent Enyeama. Messi gab gleich ein halbes Dutzend Torschüsse ab, doch er scheiterte stets an Nigerias starkem Schlussmann.

(apa/red)

13.6.2010 15:09
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