Alle lieben Lionel Messi: Nur die Argentinier
können sich noch nicht so recht erwärmen
- Superstar bei WM auch um Anerkennung in Heimat
- Nach schwacher Quali in Heimat zusehends in Kritik
Skandale überlässt er anderen, auch seinen Trainern. Lionel Messi macht am liebsten, was er besser kann als alle anderen: Fußball spielen. In seiner Heimat kämpft der "Floh" aus Rosario allerdings um die Anerkennung, die ihm in Europa längst zuteil wird. Mit 13 Jahren war Messi wegen Wachstumsstörungen zum FC Barcelona ausgewandert. Heute sagt der Weltfußballer des Jahres: "Ich bin stolz, Argentinier zu sein."
Nichts nerve ihn so sehr, als wenn die Leute meinen, er sei kein Argentinier, betonte Messi in mehreren Zeitungsinterviews. Die WM in Südafrika bietet dem 22-Jährigen allerdings die Chance, sich bei seinen Landsleuten unsterblich zu machen - wie Teamchef Diego Maradona 1986. Mit Barcelona hat der Offensivspieler bereits alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. In der Nationalmannschaft ist es dagegen bisher nicht nach Wunsch gelaufen.
Bei der WM 2006 war Messi gerade einmal 18 Jahre alt und zumeist auf der Bank gesessen. Beim Viertelfinal-Aus im Elfmeterschießen gegen Deutschland kam er nicht zum Einsatz. Die Kritiker in der Heimat hatten allerdings erst die schwachen Auftritte in der WM-Qualifikation auf den Plan gerufen. "Ich habe auch dort versucht, gut zu spielen", versicherte Messi. "Aber das ist nicht immer leicht." Gerade nach der langen Anreise aus Europa.
"Hoffe, die Endrunde läuft besser"
"Wir hatten große Mühe, uns für die WM zu qualifizieren", erinnerte Messi an die Zitterpartie bis zur letzten Runde gegen Uruguay. Gefeiert worden war damals nicht der Jungstar, sondern der 36-jährige Martin Palermo, der den Ball in der Nachspielzeit zum 2:1 über die Linie gedrückt hatte - ein überlebenswichtiger Treffer für die Maradona-Elf. "Ich hoffe, bei der Endrunde läuft es besser für uns", erklärte Messi.
Während sich in Europa Gegner und Experten vor der Fußball-Kunst des 1,69 m kleinen Dribblanskis verneigen, lieben sie in Argentinien andere: Carlos Tevez etwa, den bulligen Stürmer von Manchester City, der sich als Kind das Gesicht mit kochendem Wasser verbrüht hatte. Eine gute WM kann alles ändern, das weiß auch Messi. Argentinien startet am Samstag gegen Nigeria. Weitere Gegner in Gruppe A sind Südkorea und Griechenland.
(apa/red)



















