Die Buchmacher setzen auf Spanien:
Hochsaison für Wettbüros und Glücksritter
- WM-Tipps Nordkorea und Neuseeland am lukrativsten
- Zahlreiche skurrile Wettangebote bringen Spannung

Was wird die erste grobe Fehlentscheidung der Fußball-WM in Südafrika sein? Ein Elfmeter, bei dem das Foul außerhalb des Strafraums begangen worden ist? (2,25:1) Ein Tor, bei dem der Ball die Linie nicht vollumfänglich überschritten hat? (9:1) Oder vielleicht doch ein absichtlich mit der Hand erzielter Treffer? (20:1) Es gibt nichts, das es bei der WM-Endrunde nicht zu wetten gibt. Auf einen unkreativen Favoriten haben sich die Buchmacher ebenfalls bereits festgelegt: Europameister Spanien.
Für den WM-Tipp Spanien zahlen die heimischen Wettanbieter rund das Fünffache des Einsatzes. Dahinter folgt zumeist Brasilien mit einer Quote zwischen 5,5 und 6,0. Zum engeren Favoritenkreis zählen die Buchmacher auch noch Argentinien um 7:1 und England um 7,5:1. Im Kreis weiterer aussichtsreicher Kandidaten befinden sich zudem die Niederlande, Deutschland, Italien und Frankreich. Eine Neuauflage des WM-Finales von 2006 zwischen Italien und Frankreich brachte am Montag allerdings mehr als das 60-fache des Einsatzes.
Als größte Außenseiter gelten Nordkorea und Neuseeland, für deren illusorisch scheinenden WM-Titel der Online-Anbieter bwin jeweils das 1.500-fache des Einsatzes bezahlt. Im Rennen um den Torschützenkönig zeichnet sich für die Buchmacher ein Dreikampf zwischen dem Spanier David Villa, Englands Wayne Rooney und Argentiniens Weltfußballer Lionel Messi ab. Villa ist mit 8:1 leichter Favorit. Die Quote des EM-Topscorers von 2008 war am Sonntag dadurch gefallen, dass ihn die Spanier zu ihrem ersten Elfmeterschützen erkoren hatten.
Urlaubssperre in Wettbüros
Auf all diese Einflüsse müssen die Wettanbieter blitzschnell reagieren. Der verletzungsbedingte Ausfall eines Schlüsselspielers kann die Chancen eines Teams massiv verschlechtern, darauf muss der Markt eine Antwort finden. Alleine beim heimischen Marktführer bwin sind 70 Buchmacher in die Quotenlegung für die WM involviert. Dazu kommen die Live-Wetten, die je nach Anbieter bereits deutlich mehr als 50 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Bei vielen Wettbüros gibt es daher ab 11. Juni eine einmonatige Urlaubssperre.
Doch schon bevor die Kugel endgültig rollt, kann auf jeden Corner, jede Gelbe Karte und fast alles gewettet werden, das auf und neben einem Fußballfeld passiert. In welchem der zehn WM-Stadien fallen die meisten Tore? Zeigt Referee Rawschan Irmatow aus Usbekistan im Turnierverlauf eine Rote Karte? Steht der zuletzt angeschlagene englische Mittelfeldspieler Gareth Barry im ersten Gruppenspiel gegen die USA in der Startformation? Fragen über Fragen, die allesamt ihrer Beantwortung harren - und Buchmacherköpfe rauchen lassen.
(apa/red)


















