Bischof Mixa äußert sich erstmals zu Miss- brauchsvorwürfen: "Es gibt kein Opfer"
- Geistlicher: "Anzeige hätte man sich sparen können"
- "Ich bin enttäuscht über dsa Verhalten der Kirche"
·Sexueller Missbrauch nicht nachweisbar
Ermittlungen gegen Bischof Mixa eingestellt
·Benedikt XVI. nimmt Rücktritt von Mixa an
Missbrauchsvorwürfe gegen Bischof erhoben
·"Aufarbeitung mit größter Korrektheit"
Vatikansprecher sieht Kirche auf gutem Weg

Der zurückgetretene Augsburger Bischof Walter Mixa hat sich erstmals zu dem Anfang Mai vorgebrachten Missbrauchsverdacht gegen seine Person geäußert. "Hätte man mit dem jungen Mann gesprochen, hätte sich sofort herausgestellt, dass es kein Opfer gibt, und sich eine Anzeige ersparen können", sagte Mixa in der aktuellen Ausgabe der deutschen Zeitung "Welt am Sonntag" mit Blick auf das vermeintliche Missbrauchsopfer, wie Kathpress meldet.
Die Ingolstädter Staatsanwaltschaft hatte Mitte Mai nach wenigen Tagen die aufgrund einer kirchlichen Anzeige aufgenommenen Ermittlungen mangels Tatverdacht eingestellt.
Enttäuscht über Verhalten der Kirche
Zugleich äußerte sich Mixa wörtlich "enttäuscht über das Verhalten der Verantwortlichen in der Kirche für diese Affäre". Die "Welt am Sonntag" berichtete unter Berufung auf Ermittlungsergebnisse, dass die falsche Anschuldigung gegen Mixa lediglich auf einer acht Sätze langen Notiz des Bistums Augsburg beruhe, die außer Mutmaßungen keinen Hinweis auf eine Straftat enthalte. Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger habe dieses Papier am 3. Mai persönlich dem Münchner Generalstaatsanwalt übergeben.
Anzeige "Ansammlung von Banalitäten"
Mixas Anwalt Gerhard Decker bezeichnete die Anzeige gegenüber der Zeitung als "Ansammlung von Banalitäten", die jeder "als Unsinn erkenne". Einen Missbrauchsverdacht habe man daraus nicht begründen können. Losinger verteidigte dagegen in der "Welt am Sonntag" sein Vorgehen, das "die volle Unterstützung der Bayerischen und der Deutschen Bischofskonferenz" habe. Das Bistum Augsburg sei verpflichtet gewesen, die Vorwürfe im Sinne einer neutralen Aufklärung der Staatsanwaltschaft zu übergeben.
Rücktritt im Mai
Mixa hatte am 21. April nach einer wochenlangen Debatte um seine Person dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Dieses Gesuch nahm Benedikt XVI. am 8. Mai an. Auslöser für den Rücktritt waren zunächst Vorwürfe um die gewaltsame Bestrafung von Kindern und Zweckentfremdung von Geld einer Waisenhausstiftung. Welche Rolle der später erhobene, offenbar aber haltlose Vorwurf des sexuellen Missbrauchs bei der Annahme des Rücktritts spielte, ist bisher nicht geklärt.
(apa/red)
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