Montag, 7. Juni 2010

Der ewige Playboy feiert seinen 70er: Sex- bomb Tom Jones, 'Meister aller Gesangsstile'

  • Wegen Krankheit mit 15 zwei Jahre ans Bett gefesselt
  • Hit: "It's Not Unusual", "She's a Lady" oder "Delilah"

Seine Fans nennen ihn "The Tiger" oder "Sexbomb". Der walisische Popsänger Tom Jones ("She's a Lady", "Delilah", "It's Not Unusual") hat mit seiner draufgängerischen Art und rauchigen Soul-Stimme Millionen von Herzen erobert. Mehr als 100 Millionen Platten verkaufte er in seinen 47 Jahren im Musikgeschäft. "Ich bin der Meister aller Gesangsstile - außer Elvis vielleicht war keiner so vielseitig", sagte der Bariton im Interview. Am 7. Juni feiert der ewige Playboy seinen 70. Geburtstag.

Thomas Jones Woodward erblickte am 7. Juni 1940 im walisischen Bergwerkdorf Treforest bei Cardiff das Licht der Welt. Seine Stimme, die über fast drei Oktaven reicht, verzückte schon im Kirchenchor und auf Familienfeiern. Seine leuchtend eisblauen Augen verzauberten auch seine Klassenkameradin Melinda Trenchard, als beide elf Jahre alt waren. Fünf Jahre später, kurz vor der Geburt ihres ersten und einzigen Sohnes, gaben sie sich das Ja-Wort - und sind bis heute verheiratet, trotz unzähliger Affären des Schlagersängers. "Weil ich verheiratet bin, bleibe ich Single", sagte Jones rückblickend auf die Nächte nach den Auftritten.

Zwei Jahre ans Bett gefesselt
In der rauen und verarmten Bergwerksregion lernte Jones früh, sich für den Erfolg durchzubeißen. Die Schule schmiss er mit 15 Jahren, nachdem er wegen einer Tuberkulose-Erkrankung zwei Jahre im Bett liegen musste. Tagsüber arbeitete der junge Familienvater später in der Fabrik und auf dem Bau. Nachts schlug er sich als "Tiger Tom" oder "Jones the Voice" auf den Bühnen der Arbeiterclubs durch.

"It's Not Unusual" erste Nummer 1
Der Londoner Sänger und Songschreiber Gordon Mills wurde auf Jones aufmerksam und stellte dem 22-Jährigen die Band Playboys zur Seite. Von da an ging es für den Mann mit Sexappeal steil bergauf. "It's Not Unusual" war 1965 sein erster Nummer-Eins-Hit. Scharen junger Frauen umjubelten ihn wie zuvor die Beatles, rannten ihm hinterher, schmissen ihre Unterhöschen auf die Bühne.

Pechsträhne
Jones' legendärer Hüftschwung zu den populären Schlagern riss auch US-Fans von den Sitzen. Tickets für den nassgeschwitzten "Tiger" mit diamantenbestückten Goldkettchen auf der behaarten Brust waren bei Amerikanern heiß begehrt. Wegen hoher Steuern in der Heimat und einer Dauertournee durch die USA zog die Familie 1977 nach Kalifornien. Doch in Beverly Hills begann die Pechsträhne. Seine Frau Melinda hatte eine Fehlgeburt, seine Konzerte wurden von Kritikern zerrissen, der Erfolg schwand. Die Welt tanzte jetzt zum Takt von Michael Jacksons "Thriller".

Comeback
Nach sieben Jahren in der Versenkung gab der Sänger in Europa sein erfolgreiches Comeback. "Ich entschied mich, in Würde alt zu werden." Mit ergrautem Haupt begeisterte er auch die Kinder seiner alten Fans und etablierte sich als Altmeister in der Musikbranche. "Reload" war vor elf Jahren das letzte große erfolgreiche Album, eine Sammlung von Duetten mit The Cardigans ("Burning Down the House"), Stereophonics ("Mama Told Me Not To Come") und Mousse T ("Sexbomb").

Kein Aufhören in Sicht
Jones liebt die Bühne, tritt auch in Film und Fernsehen auf, ist aber immer er selbst, etwa in "Mars Attacks!" oder "Fear and Loathing in Las Vegas". Nach all den Leistungen erhob ihn die Queen vor fünf Jahren in den Ritterstand. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Im Juli kommt die neue Platte "Praise And Blame" (Lob und Tadel), sein 39. Studioalbum. Applaus sei die Droge seines Lebens. "Diese Reaktion vom Publikum, sie ist wie eine saumäßige Droge."

(apa/red)

7.6.2010 12:22

Kino

Men in Black 3

Komödie, Science Fiction - USA, 2012

Regie: Barry Sonnenfeld

Mit: Will Smith, Josh Brolin, Tommy Lee Jones, Alice Eve, Emma Thompson

mehr Info zum Film