Donnerstag, 17. Juni 2010

Tauwetter zwischen Schweiz und Libyen:
Ländern normalisieren ihre Beziehungen

  • Außenminister unterzeichnen bilaterales Abkommen
  • Schweizer Geschäftsmann Max Göldi kehrte heim

Der fast zwei Jahre lang in Libyen festgehaltene Schweizer Geschäftsmann Max Göldi ist in seine Heimat zurückgekehrt. Er traf in der Nacht in Begleitung der Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey auf dem Flughafen Zürich ein. Calmy-Rey hatte in Libyens Hauptstadt Tripolis ein Abkommen zur Beilegung des diplomatischen Konflikts zwischen beiden Ländern unterzeichnet.

Mit der Heimkehr Göldis beginne ein Normalisierungsprozess, sagte die Ministerin anschließend. Göldi, der am Airport von seiner Familie in Empfang genommen wurde, war im Februar in Libyen wegen Verletzung der Einreisebestimmungen zu vier Monaten Haft verurteilt worden. Am vergangenen Donnerstag war er kurz vor Ende der Haftstrafe freigelassen worden.

Göldi war das letzte Opfer im Nervenkrieg zwischen Libyen und der Schweiz, der vor zwei Jahren mit der Verhaftung des Sohnes von Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi, Hannibal, in Genf begonnen hatte. Der Gaddafi-Sohn und seine Frau sollen Hotelangestellte misshandelt haben, was sie bestritten.

In Libyen war dann zusammen mit Göldi Rachid Hamdani, ein Schweizer Geschäftsmann tunesischer Herkunft, vor Gericht gestellt worden. Den beiden Männern wurden unter anderem Visa-Vergehen vorgeworfen. Hamdani konnte Libyen später verlassen. Dagegen wurde Göldi im Februar zu der Gefängnisstrafe verurteilt.

Calmy-Rey htte in Tripolis ein Abkommen mit Libyen unterzeichnet, das unter anderem eine Untersuchung des Falles vorsieht. Die Schweizer Außenministerin war zusammen mit ihrem spanischen Amtskollegen und EU-Ratsvorsitzenden Miguel Angel Moratinos in Tripolis eingetroffen. Calmy-Rey entschuldigte sich im Namen der Schweiz dafür, dass eine Genfer Zeitung illegal beschaffte Polizeifotos von Hannibal Gaddafi veröffentlicht hatte. Auch dieser Fall werde untersucht. Sie erklärte, die Heimkehr des Schweizer Geschäftsmanns sei "der Beginn der Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern".

(apa/red)

17.6.2010 10:46
ma.li, 14. 06. '10 13:57
libyen wins!
erschreckend wie europa immer mehr in die mangel genommen wird ...