Deutschkurs ist des Migranten erste Pflicht:
Fekter beharrt auf ihrem Integrationsplan
- Deutschkurs vor Einreise "emanzipatorischer Schritt"
- Innenministerin will Migrantinnen "sprachverpflichten"
·Deutschstunde im
zarten Kindesalter?
Spindelegger fordert
Vorschulenunterricht
·"Wäre Maßnahme
zur Desintegration"
Häupl doch gegen türkische Schulen in Wien
·Deutschkenntnisse schon bei der Einreise
Nationaler Integrations-
plan passiert Ministerrat

Innenministerin Fekter hat ihren Plan, Zuwanderern schon vor ihrer Reise nach Österreich Deutschkenntnisse abzuverlangen, abermals verteidigt und diesen als "emanzipatorischen Schritt" angepriesen. Bei ihrer Rede anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums des Österreichischen Integrationsfonds meinte sie, gerade Frauen hätten so bessere Chancen auf Bildung und beruflichen Erfolg.
Fekter stellte außerdem ihren neu gegründeten Expertenrat vor und nahm Länder und Gemeinden bei der Integration in die Pflicht. "Ich halte die Sprachverpflichtung etwa für Frauen für einen der größten emanzipatorischen Schritte, die wir tun können", ist sie überzeugt. Das Gesetz, das gerade vorbereitet werde, ist für die Innenministerin ein "Herzensanliegen". So würden Mädchen und jungen Frauen "aus gewissen migrantischen Hintergründen" Weiterbildung und berufliche Karriere verwehrt und im Familienverband "gut verwahrt". "Das entspricht nicht unserem gesellschaftlichen Konsens", so Fekter. Auch allgemein würde man bei der Emanzipation der Frauen im Integrationsbereich weit zurückliegen.
Fekter nannte eine Reihe von Defiziten im Integrationsbereich, die man identifizieren und aussprechen müsse. "Ich möchte nicht das Problembewusstsein einer ganz bestimmten Gruppe am rechten Rand überlassen." Daher liege es auch den Ländern und Kommunen, den Nationalen Aktionsplan mitumzusetzen. Handlungsbedarf gebe es etwa weiters bei der Wertehaltung bestimmter Zuwanderer: "Es kann nicht sein, dass die Ehre über den Menschenrechten steht", ebenso wenig wie Religion. Auch müsse für Migranten eine bessere gesundheitliche Versorgung sichergestellt werden, da diese in einem wesentlich schlechteren Gesundheitszustand als die Mehrheitsgesellschaft seien, betonte die Ministerin. (apa/red)
