Montag, 7. Juni 2010

ÖVP-Rebellin Karl erhält Unterstützung:
Weitere Konservative sind für Gesamtschule

  • OÖ-Landesschulratspräsident macht Kehrtwende
  • Auch Wirtschaftsbund für eine gemeinsame Schule

In der Volkspartei gibt es offenbar Bewegung in Sachen Gesamtschule. Nach den Vorstößen von ÖVP-Wissenschaftsministerin Karl und dem parteinahen Wirtschaftsbund hat der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer nach jahrelanger Ablehnung einen Schwenk vollzogen. SPÖ und Grüne reagierten erfreut.

Enzenhofer knüpfte sein Ja zur Gesamtschule an mehrere Bedingungen: Privatschulen und AHS-Unterstufen müssten abgeschafft, Hauptschul- und AHS-Standorte in den Städten zu Großschulen zusammengefasst werden, um eine soziale Durchmischung zu garantieren, skizzierte er in den "Oberösterreichischen Nachrichten" seine Vorstellungen. Prinzipiell sei er aber eher für eine Weiterentwicklung des derzeitigen Bildungssystems statt einer radikalen Neukonstruktion, von der niemand sagen könne was sie tatsächlich bringe, relativierte er später.

Auch der Wirtschaftsbund zeigt deutliche Sympathien für eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen. Man schließe sich damit einem "großen Wunsch" der Wirtschaft an und werde in der ÖVP Druck für ein solches Schulsystem machen, so Generalsekretär Haubner. Präsident Leitl hatte bereits mehrfach für eine gemeinsame Schule plädiert. Wissenschaftsministerin Karl sprach sich zuletzt für ein "Gymnasium für alle" bis 14 Jahre aus, was in der ÖVP auf einige Kritik stieß. Vizekanzler Pröll wertete das als lediglich "persönliche Meinung" der Ministerin.

"Die gemeinsame Schule ist nicht mehr länger aufzuhalten", freute sich SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Rudas. Der Druck auf Pröll und den ÖAAB werde immer größer."Es ist höchst an der Zeit, dass die ÖVP die ideologische Brille abnimmt und in eine sachliche Diskussion eintritt", findet auch der grüne Bildungssprecher Walser. "Offensichtlich läuft jetzt schon die Schulverwaltung ins Reformlager über."

(apa/red)

7.6.2010 15:49
clsc, 07. 06. '10 17:46
super! alles was mir nicht passt --> verbieten
tolle politiker. einheitsbrei verordnen, alternativen verbieten. solche leute braucht das land. fehlt nur mehr, dass wir sie mit majestärsplural anreden müssen. na blöd genug werden die absolventen der einheitsbreischule dann ja sein. ganz europa geht davon weg, elitäre privatschulen boomen weltweit und wir sollen es trotzdem anders machen.
Wien_1190, 08. 06. '10 15:19
Re: super! alles was mir nicht passt --> verbieten
Naja es wird die neue Unter-Mittelschicht herangezogen ;)
maierhofer____, 08. 06. '10 15:34
Re: super! alles was mir nicht passt --> verbieten
Ich wäre ja dafür, das Niveau der hauptschulen anzuziehen. Würd reichen, um uns bei der Pisa Studie besser dastehen zu lassen - Österreichische Gymnasien sind ja soweit ich mich errinern kann auf den ersten Platz aller Schulen in Europa gekommen ;))