Uni-Hürden hätten einen positiven Effekt:
Offener Hochschulzugang hemmt Qualität
- Neue EU-Studie spricht sich für Beschränkungen aus
- Österreichs Reformen brachten Leistungssteigerung
·"Uni-Massenfächer sind eine Zumutung"
Burgstaller: Diskussion über Aufnahmeverfahren
·Karl rückt nicht mehr
Geld für Unis heraus
Ministerin wünscht
sich Studiengebühren
·An den Unis lehrt künftig der Sparstift
Pläne des Ministeriums sehen Budgetkürzung vor
·Karl gehen bald die Gesprächspartner aus
Studenten ziehen sich aus
Hochschuldialog zurück

Der offene Zugang an Österreichs Universitäten ist laut einer im Auftrag der EU-Kommission erstellten Studie "ein Hemmnis für hohe Qualität beim Studienangebot". Das Fehlen von Beschränkungen habe nicht die erhoffte höhere soziale Durchlässigkeit gebracht, heißt es im nationalen Detailbericht von "Governance and Funding Reform in the European Higher Education Area".
Sowohl die Überlastung der Universitäten, als auch die positiven Auswirkungen von Zugangsbeschränkungen an den Fachhochschulen (FH) sprechen dafür, den offenen Uni-Zugang abzuschaffen." Überhaupt haben heimische Unis ein "spezielles Problem", heißt es in der Analyse der österreichischen Hochschullandschaft durch das deutsche Centrum für Hochschulentwicklung (CHE): Immerhin könne dort jeder mit einer Studienberechtigung studieren was er will, wo er will und so lange er will - ganz im Gegensatz zu innerhalb des vergangenen Jahrzehnts neu geschaffenen FH, Privatuniversitäten und Pädagogischen Hochschulen (PH). Trotz dieses freien Zugangs sei die soziale Durchlässigkeit an den FH, wo Studienplätze beschränkt, die Bewerber selektiert und in den meisten Fällen Studiengebühren eingehoben werden, deutlich besser als an den Unis mit ihrem freien Zugang.
Leistungssteigerung durch Reformen
Insgesamt haben die Reformen ab dem Jahr 2002 laut der Untersuchung zu einer Leistungssteigerung der österreichischen Hochschulen geführt. Verbesserungen habe es etwa beim Zugang gegeben: Zwischen 1995 und 2007 ist der Anteil eines Altersjahrgangs, der eine tertiäre Ausbildung beginnt, um 15 Prozent auf 42 Prozent gestiegen. Am massivsten fielen die Steigerungen bei den FH aus, wo sich zwischen dem Sommersemester 2000 und dem Wintersemester 2008 die Zahl der Studenten auf rund 11.700 fast verdreifacht hat.
Besser, aber unter OECD-Schnitt
Positive Auswirkungen gab es auch auf die Hochschulabsolventenquote, auch wenn sie noch immer deutlich unter dem OECD-Schnitt von 39 Prozent (2007) liegt: Zwischen 1995 und 2007 ist der Anteil eines Altersjahrgangs, der ein Studium erfolgreich abschließt, von zehn auf 22 Prozent gestiegen; in absoluten Zahlen gab es eine Steigerung von 19.136 (Sommersemester 2000) auf 28.542 (Ende Wintersemester 2006). Auch hier gab es die dynamischste Entwicklung an den FH, was der Bericht u.a. darauf zurückführt, dass mehr als die Hälfte der Studenten an öffentlichen Unis das Studium abbricht.
(apa/red)
