Badewetter fordert erste Todesopfer: Zwei
Oberösterreicher ertranken in kalten Seen
- Herz- oder Kreislauferkrankungen stellen Gefahr dar
- Leichtsinn & Überschätzung sind häufigsten Ursachen

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Zwei Menschen sind am Mittwoch beim Baden in kalten Seen in Oberösterreich ums Leben gekommen. In Kleinreifling (Bezirk Kirchdorf) ertrank ein 34-jähriger Forstarbeiter im 15 Grad kalten Borsee, wie die Sicherheitsdirektion am Donnerstag mitteilte. Am Weikerlsee in Linz erlitt ein 63-Jähriger einen tödlichen Herzinfarkt.
Der Forstarbeiter hatte am Nachmittag eine Arbeitspause genutzt, um sich gemeinsam mit einem Kollegen im See abzukühlen. Er schwamm etwa 40 Meter hinaus und ging plötzlich unter. Sein Freund sowie ein weiterer Helfer tauchten nach dem Verunglückten, zogen ihn aus drei Metern Tiefe wieder an die Oberfläche und brachten ihn ans Ufer. Sämtliche Wiederbelebungsmaßnahmen blieben aber erfolglos. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des 34-Jährigen feststellen.
Auch am Weikerlsee in Linz war ein Todesopfer zu beklagen: Ein 63-jähriger Badegast erlitt beim Schwimmen einen Herzinfarkt. Er konnte von der Feuerwehr ebenfalls nur mehr tot aus dem Wasser geborgen werden.
Leichtsinn & Überschätzung
"Leichtsinn und Überschätzung sind die häufigsten Ursachen für Badeunfälle", erklärte Chefarzt Wolfgang Schreiber vom Österreichischen Roten Kreuz. "Viele der Unfälle können vermieden werden, wenn die Baderegeln befolgt werden."
Dass der Spaß im kühlen Nass nicht ungefährlich ist, zeigt schon ein Blick auf die Statistik. Im Durchschnitt ertrinken in Österreich jedes Jahr 84 Menschen. "Schwimmen strengt an. Besonders älteren Menschen droht eine Kreislaufschwäche. Wer zu weit hinaus schwimmt, sollte bedenken, dass es im Wasser keine Gelegenheit gibt, sich irgendwo auszuruhen und neue Kräfte zu sammeln", so Schreiber.
Menschen mit Herz- oder Kreislauferkrankungen sollten generell vorsichtiger sein. Egal ob alt oder jung, jeder sollte sich abkühlen, bevor er ins Wasser geht - ganz besonders nach Sonnenbädern. Denn der Temperaturunterschied zwischen Wasser und Körper belastet den Organismus. Vom Schwimmen mit vollem oder ganz leerem Magen sowie nach dem Genuss von Alkohol ist abzuraten. "Bleiben Sie nicht zu lange im Wasser. Wenn Sie frieren, drohen Krämpfe oder sogar Unterkühlungen. Nach dem Bad sollte das nasse Badezeug durch trockenes ersetzt werden", riet Schreiber.
Gefährliche Sprünge
Sprünge in unbekannte Gewässer bergen Gefahren. Schreiber: "Unter der glatten Wasseroberfläche können sich Felsen, Baumstämme oder andere Dinge verbergen. Springen Sie nur ins Wasser, wenn Sie sicher sind, dass es frei und tief genug ist. In der Nähe von Schleusen, Wehren, Brücken oder an Schifffahrtsrouten ist Baden gefährlich. Es kann ein Sog oder eine starke Strömung entstehen. Die Schiffsschrauben von Booten können arge Verletzungen verursachen. Nichtschwimmer sollten innerhalb der gekennzeichneten Bereiche bleiben oder nur bis zur Brust ins Wasser gehen."
Während Gewitter kann der Aufenthalt im Wasser lebensgefährlich werden. Beim Schwimmen im Meer droht ebenfalls Gefahr durch Strömungen. Eltern sollten ihre Kinder daher am Wasser nie unbeaufsichtigt lassen. Schreiber: "Als Schwimmhilfen sind nur dem Alter angepasste Schwimmflügel zu empfehlen, die auch getrennte Luftkammern haben sollten. Luftmatratzen, Reifenschläuche oder Gummitiere sind dafür nicht geeignet."
(apa/red)
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