Mord an Wiener Pensionistin ist geklärt:
Ehemalige Heimhilfe erstach Frau im Bett
- Aus einem geplanten Diebstahl wurde ein Mord
- Die letzten Worte des Opfers: "Ich kenne Sie"

Eine ehemalige Heimhilfe hat laut Polizei den Mord an der 76-jährigen Ilse E. aus Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus begangen. Die 45-jährige Österreicherin mit bosnischen Wurzeln habe zugegeben, in Diebstahlsabsicht in die Wohnung der seit langem bettlägerigen Pensionistin eingedrungen zu sein. Als sie von der alten Dame bemerkt wurde, die lauthals um Hilfe rief, habe sie in Panik zugestochen.
Bei der Verdächtigen handelt es sich laut den Ermittlern des Landeskriminalamts um eine diplomierte Krankenschwester, die mehr als zehn Jahre als Pflegehelferin im Dienst der Gemeinde Wien gestanden ist und zuletzt für die sozialen Dienste der Adventmission arbeitete. Die Frau ist offenbar psychisch beeinträchtigt. Sie gelte als emotional instabil und habe auch Medikamente dagegen eingenommen, so Gerhard Haimeder vom Ermittlungsdienst des Landeskriminalamts.
Um Ilse E. hatte sich die Mutter einer Tochter im Teenageralter im vergangenen Jahr einige Male gekümmert. Als sie vor wenigen Wochen ihren Job verlor und in Geldnöte geriet, erinnerte sie sich an ihre ehemalige Klientin.
Die Frau dürfte wohl gewusst haben, dass es bei der Pflegebedürftigen nicht viel zu holen gibt. Sie habe aber auf etwas Schmuck und Bargeld gehofft, sagte sie laut Chefinspektor Ernst Hoffmann, der die Ermittlungen leitet.
Letzte Worte: "Ich kenne Sie"
Am 31. Mai gegen 17.45 Uhr hatte sich die aktuelle Heimhilfe von Ilse E. verabschiedet. Am nächsten Tag um 6.45 Uhr sah wieder eine Pflegehelferin nach der Frau - und fand deren Leiche blutüberströmt im Bett. Bei der Tür der Wohnung in der Märzstraße 105 war ein Schlüsseltresor angebracht. Als die Tote entdeckt wurde, stand der Tresor offen, der Schlüssel fehlte.
Die mutmaßliche Mörderin hat laut den Ermittlern zugegeben, am 31. Mai gegen 19.00 Uhr in die Wohnung geschlichen zu sein. Der Code zum Schlüsseltresor war noch derselbe wie vor einem Jahr, als sie die Frau betreut hatte. Während die 45-Jährige nach Wertsachen suchte, wurde die alte Dame im Zimmer nebenan auf die Einschleichdiebin aufmerksam. Sie rief um Hilfe. Als ihr Opfer auch noch sagte: "Ich kenne Sie", war es das Todesurteil. (apa/red)
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