Frau erschlagen und Kehle durchschnitten: Pakistanische Brüder in Graz vor Gericht
- Einer der beiden Angeklagten hat bereits gestanden
- Leugnender Bruder war Adoptivsohn des Mordopfers
Zwei Brüder aus Pakistan müssen sich wegen Mordes an einer Oststeirerin in Graz vor einem Geschworenensenat verantworten. Der jüngere der beiden soll die 74-Jährige im März 2009 mit einer Axt getötet haben, der Ältere, der der Adoptivsohn der Frau war, soll die Tat in Auftrag gegeben haben. Als Motiv nahm der Staatsanwalt finanzielle Probleme an.
Der jetzt 37-Jährige Bruder kam 1998 nach Österreich und wurde zwei Jahre später von der oststeirischen Bäuerin adoptiert, weil sein Asylantrag abgelehnt worden war. 2005 erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft. Dann übertrug ihm die Landwirtin ihren Besitz, allerdings legte sie ein lebenslanges Wohnrecht und ein Veräußerungsverbot fest. Der nunmehrige Österreicher steckte aber spätestens 2009 in massiven finanziellen Schwierigkeiten, so Staatsanwalt Hansjörg Bacher. Als die Frau den Vertrag widerrufen wollte, "beschloss er, sie aus dem Weg zu räumen", schilderte der Ankläger.
Den Mord soll der 37-Jährige dann bei seinem jüngeren Bruder in Auftrag gegeben haben, er selbst flog nach Pakistan, um ein Alibi zu haben. Die Tat selbst leugnete der mutmaßliche Täter bisher nicht, nur will er aus eigenem Antrieb gehandelt haben. "Niemand hat mir den Befehl erteilt", betonte der Angeklagte. Er sei wütend auf die Frau gewesen, weil sie sich in familiäre Angelegenheiten eingemischt und angeblich auch die Religion beleidigt hätte. Wie, konnte er dem Gericht allerdings nicht genau schildern. Nach seinen Angaben betrank er sich mit einer halben Flasche Whiskey, fuhr zu der Frau und holte die Hacke aus dem Stall. "Ich war bereit, sie zu töten", sagte er in aller Deutlichkeit.
Sie soll ihn beleidigt haben, dann hatte er das Gefühl, sie würde ihn angreifen. "Ich habe mit der rechten Hand nach hinten gegriffen und die Hacke erwischt." Einige Male schlug er ihr auf den Kopf, von den gezielten Hieben gegen den Hals, die einwandfrei festgestellt wurden, wusste er nichts mehr. Nach der Bluttat sei ihm schlecht geworden, daher wollte er sich eine Eierspeise machen. Diese konnte er aber dann doch nicht essen, beteuerte der Beschuldigte. Dann wusch er die Axt ab und verschwand.
Sein Bruder leugnete von Anfang an, mit dem Tod seiner Adoptivmutter etwas zu tun zu haben. "Er ist aber der Einzige, der einen Nutzen daraus zieht", betonte der Staatsanwalt.
(apa/red)
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