Dienstag, 1. Juni 2010

ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT

  • Tino Teller über die lange Länderspielpause

Ganz Europa testet im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft seine Nationalmannschaften, WM-Teilnehmer wie Spanien oder England sowieso, aber auch viele Länder, die sich zwar nicht für Südafrika qualifizieren konnten, die aber die Gunst der Stunde nutzen, um sich als willkommene „Sparringpartner“ mit den Besten der Besten zu messen. Ganz Europa? Nein, Österreichs Teamspieler haben sich nach dem eher ernüchternden 0:1 gegen Kroatien vor zwei Wochen längst in die verdiente Sommerpause verabschiedet. Immerhin beginnt die Meisterschaft hierzulande unmittelbar nach dem WM-Finale Mitte Juli. Wahrscheinlich rechnen die Verantwortlichen in Tschechien, Polen oder Kroatien nach einem anderen Kalender. Anders ist nicht zu erklären, dass Teamchef Didi Constantini mit seinem Wunsch nach dem einen oder anderen Länderspiel mehr nach Saisonende bei den Klubs nur Kopfschütteln ausgelöst hat. Was nutzen uns da die spektakulären Erfolge der Nachwuchsteams, wie zuletzt die des U-19-Teams, das sich neben Kalibern wie Italien, Spanien, Portugal, Niederlande und England für die EM-Endrunde qualifizieren konnte? Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit unseres Fußballs wird trotzdem immer größer.

1.6.2010 14:50