Lauter Wahlsieger?
- Kurt Kuch über skurrile Ergebnis-Interpretationen
- PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?
Am Sonntagnachmittag hatte ich im Eisenstädter Landhaus den durchaus berechtigten Eindruck gewonnen, dass keine der bisher im Landtag vertretenen Parteien Grund zur Freude haben dürfte: Die SPÖ hat die Absolute verloren, die ÖVP ihr schlechtestes Ergebnis seit 1945, die FPÖ kam mit neun Komma irgendwas Lichtjahre hinter einstigen Haider-Ergebnissen zum Liegen, und die Grünen bangten um ihren Wiedereinzug.
Umso überraschender war dann, was die Parteienvertreter nach der Veröffentlichung des vorläufigen Endergebnisses für ein Schmierentheater abzogen. Plötzlich schien es nur noch Wahlsieger zu geben.
Einsamer Spitzenreiter beim Schönreden des unmissverständlichen Wählerwillens war dabei der sonst so klar analysierende VP-Bundesgeschäftsführer Fritz Kaltenegger. Ihm gelang noch dazu ziemlich unwidersprochen das seltene Kunststück, das desaströse Ergebnis seiner Partei in ein respektables Ergebnis umzuinterpretieren, indem er es in Relation zu vorher publizierten Umfrageergebnissen stellte.
Dieser seltsamen Logik folgend, ist Kaltenegger für die nächsten Wochen eine vernichtende Umfrage für die Wiener ÖVP zu wünschen. Denn dann dürfte einem respektablen Erfolg bei der Wiener Wahl ja nichts mehr im Weg stehen. Oder?
