Der Euro ist auf ein neues Vierjahrestief gefallen: Tiefster Stand seit März 2006
- Negative Meldungen aus Ungarn drücken auf Kurs
- Außerdem unterschiedliche Wort-Interpretationen
·Euro-Talfahrt geht ungebremst weiter
Krise treibt Kurs auf tiefsten Stand seit 2006
·Computerfehler lässt
Börsenkurse purzeln
150 Mrd. Euro Verluste
an Börse Osaka in Japan
Der Euro hat am Freitag massiv gegen den Dollar nachgegeben und ist auf neue Vierjahrestiefs gefallen. Am Nachmittag rutschte der Euro bis auf 1,2019 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit März 2006. Das EZB-Fixing lag heute bei 1,2060 Dollar. Auch gegen andere Währungen gab der Euro stark nach.
Nach einer kurzfristigen Stabilisierung des Euro am Vormittag, ging es mit der Devise zu Mittag rasant nach unten. Devisenhändler berichteten von einem extrem hektischen Markt. Belastet wurde der Euro von jüngsten Negativmeldungen aus Ungarn und Äußerungen des französischen Ministerpräsidenten Francois Fillon.
"Parité" unterschiedlich interpretiert
"Ich sehe nur gute Nachrichten im Wechselkurs zwischen Dollar und Euro", sagte Ministerpräsident Francois Fillon am Freitag. Über Jahre habe die Euro-Stärke nämlich die Exporte behindert, betonte Fillon. Das Bekenntnis zu einem schwächeren Euro habe die Devise an den Märkten belastet, berichteten Händler. Für Verwirrung dürfte dabei auch die Unklarheit gesorgt haben, ob Fillon mit dem französischen Wort für Wechselkurs ("parité") nur das jetzige Wechselkursniveau oder tatsächlich die Parität - also einen Eins-zu-eins-Gleichstand von Euro und Dollar - gemeint hat.
Ungarn belastete Euro
Bereits zuvor war der Euro von Nachrichten aus Ungarn belastet worden. Ungarischen Regierungsvertretern zufolge dürfte Ungarns Defizit deutlich höher sein, als von der vorherigen Regierung angenommen. Entsprechende Meldungen gab es zwar schon seit Donnerstagabend, möglicherweise haben aber US-Investoren erst mit Eröffnung des Devisenhandels in New York zu Mittag darauf reagiert und Euro verkauft, sagte ein Analyst zur APA.
Der Richtkurs des US-Dollar gegen den Euro wurde heute von der EZB mit 1,2060 (zuletzt: 1,2268) USD festgestellt und liegt damit 16,28 Prozent oder 0,2346 Einheiten unter dem Ultimowert 2009 von 1,4406 USD. Der Richtkurs des britischen Pfund zum Euro wurde mit 0,8275 (0,8357) GBP, jener des Schweizer Franken mit 1,3951 (1,4149) CHF und jener des japanischen Yen mit 111,73 (113,74) JPY fixiert. Heute früh notierte der Dollar mit 1,2175 und der Yen mit 112,97 Einheiten gegen den Euro.
Der Euro bewegte sich heute im europäischen Handel in einer Bandbreite von 1,2016 bis 1,2215 USD. Die Parität Dollar-Yen notierte heute etwa um 14.30 Uhr bei 92,04 im Mittel (zuletzt: 92,41). Der Notenkurs des US-Dollar wurde heute von den Banken im Mittel mit 1,1980 (zuletzt: 1,2200) Euro gestellt.
Für die tschechische Krone wurde heute von der EZB ein Richtwert von 26,055 (25,750) CZK für einen Euro und für den ungarischen Forint von 288,80 (275,20) HUF je Euro ermittelt.
(apa/red)
