Über 200.000 ohne Job: Arbeitslosigkeit vor allem dank Schulungen rückläufig
- Arbeitsminister Hundstorfer ist trotzdem erfreut
- Rund 22.600 weniger Arbeitslose als noch im April

·Ein Funken Hoffnung
am düsteren Horizont
OECD hebt Prognose für heimische Wirtschaft an
·Hundstorfer spart
bei Kursen des AMS
Bald 100 Mio. weniger
für Vermittlung von Jobs
·Wie man schnell wieder Arbeit findet
AMS-Expertin: "Informelle
Netzwerke" sind wichtig
Der Arbeitsmarkt in Österreich hat sich im Mai stabilisiert. 227.089 Menschen waren als arbeitslos registriert, das waren um 22.590 weniger als im April, aber auch um 12.688 (5,3 Prozent) weniger als im Mai 2009. Tatsächlich sind heute aber 1.293 mehr Menschen (+0,4 Prozent) ohne Arbeit als vor einem Jahr. Hintergrund: Die 78.178 Schulungsteilnehmer (+13.981) gelten offiziell nicht als arbeitslos.
Die Arbeitslosenquote sank nach nationaler Berechnung von 6,9 Prozent im April auf nun 6,3 Prozent. Nach Eurostat-Berechnung waren im März - das ist der neueste verfügbare Monatswert - 4,9 Prozent arbeitslos. Für die EU-15 weist Eurostat eine Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent aus.
Mehr Arbeitslose in Wien
In sechs Bundesländern - Burgenland, Steiermark, Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg - war die Arbeitslosigkeit im Mai auch inklusive Schulungen rückläufig. In Wien hat sich im Mai der Arbeitsmarkt ähnlich trübe gestaltet wie das Wetter: Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat im Vorjahresvergleich einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit von 2,2 Prozent verzeichnet.
Die Jugendarbeitslosigkeit ging in Österreich um 10,7 Prozent zurück. Für Menschen über 50 ist es hingegen noch schwerer geworden, eine Arbeit zu bekommen - in dieser Altersgruppe nahm die Arbeitslosigkeit um 1,7 Prozent zu.
Bessere Chancen für Lehrstellensuchende
Leicht verkleinert hat sich die Lehrstellen-Lücke, die Anzahl der Lehrstellensuchenden sank um 2,5 Prozent auf 4.276. Ihnen standen 2.911 offene Lehrstellen gegenüber, das ergibt 1.365 fehlende Lehrstellen (-48).
Arbeitsminister Hundstorfer zeigte sich angesichts der gesunkenen Arbeitslosigkeit vorsichtig optimistisch, von einer Trendwende wollte er vor dem Ministerrat allerdings noch nicht sprechen. Das werde man erst im September/Oktober beantworten können. Die Zahlen seien jedoch "erfreulich".
Auch AK-Präsident Herbert Tumpel sprach von einer Belebung auf dem Arbeitsmarkt und einer erfreulichen Entwicklung. Allerdings müssen wir abwarten, ob sich dieser positive Trend auch als dauerhaft erweist", warnte Tumpel vor zu viel Optimismus. Umso wichtiger sei es, "dass unsere Forderung nach einem Konjunkturvorbehalt bei der Konsolidierung umgesetzt wird".
(apa/red)
