Freitag, 4. Juni 2010

Ratingagenturen an die kurze Leine legen:
Kommission fordert zentrale Überwachung

  • Überwachungsstelle ESMA soll Verstöße ahnden
  • Plus: Moody's-Analysten berichten von Beeinflussung

Die EU-Kommission schlägt eine zentrale Überwachung der Ratingagenturen in der EU vor, der auch amerikanische Tochtergesellschaften mit Sitz in Europa wie Moody's oder StandardPoor's unterworfen sein sollen. Die Brüsseler Behörde verlangt dabei auch eine Registrierung der Ratingagenturen bei der neuen europäischen Überwachungsstelle ESMA. Bei Verstößen sind Sanktionen vorgesehen.

Die Strafzahlungen können bis zu 20 Prozent des Jahresumsatzes einer Ratingagentur-Tochter betragen. Im Fall von besonders schweren Verstößen soll auch eine Aberkennung der Lizenz möglich sein.

EU-Kommissionspräsident Barroso erklärte dazu in Brüssel, es sei der letzte Anstoß für die Reform der Finanzdienstleister gegeben worden. Dies sei Teil der umfassenden Agenda für eine Stabilisierung, Konsolidierung und Wiedererrichtung eines nachhaltigen Wachstums der europäischen Wirtschaft.

Binnenmarkt-Kommissar Barnier betonte, die Regelungen für Ratingagenturen würden eine bessere Überwachung und eine verstärkte Transparenz in diesem wichtigen Sektor bedeuten. Es handle sich aber nur um einen ersten Schritt.

Beeinflussung von Investmentbankern?
Einige Analysten der Ratingagentur Moody's haben die Schuld an zu guten Bewertungen von risikoreichen Produkten weit von sich gewiesen. Investmentbanker hätten Analysten kontrolliert und sie dazu gebracht, bessere Ratings für Schulden auszustellen, die schlechtere verdient hätten, sagte der frühere Vizepräsident der Moody's-Derivateabteilung, Mark Froeba. Es sei zu Einschüchterungen gekommen, um die Kooperationsbereitschaft zu erhöhen.

Froeba und einige seiner Kollegen mussten sich vor einem Untersuchungsausschuss zu den Ursachen der Finanzkrise äußern. Ratingagenturen wie Moody's, McGraw-Hill, Standard & Poor's und Fimalac wird eine Mitschuld gegeben. Ihnen wird vorgeworfen, die Krise angeheizt zu haben, indem sie zu lange zu hohe Bewertungen ausstellten und dann wiederum zu schnell herabstuften. (apa/red)

4.6.2010 11:01
founder, 04. 06. '10 12:30
Es wird bald gegen den US$ spekuliert
Das Spekulationsgeschäft hat eine Logik, welche besagt, daß bald gegen den US$ spekuliert werden wird.

Ziel ist dann ein Wechselkurs von 1,60 US$ pro EUR.
Falls es in der Zwischenzeit eine Ölkrise gibt, kann das Ziel bis 2,00 US$ pro EUR verschoben werden.

http://politik.pege.org/2010/eur-spekulation.htm

Den Ratingagenturen wird dann einiges einfallen, warum eigentlich der Dollar eine Krisenwährung ist.