1.6.2010 16:29

Außenseiter spitzt auf Sensation: Honduras
will seine Fans bei der WM glücklich machen

  • Teamchef Reinaldo Rueda: "Wir haben keinen Druck"
  • PLUS: Streit um Prämien mit dem Verband beigelegt

Honduras-Teamchef Reinaldo Rueda, ein Kolumbianer, fühlt sich in der Rolle des Außenseiters in der schwierigen Gruppe H mit Spanien, Chile und der Schweiz sehr wohl. "Wir haben keinen Druck, das könnte unser Vorteil sein", meinte der 53-jährige Rueda, der mit seinem defensiv und körperlich starken Team die WM-Endrunde in Angriff nimmt.

Wenn Rueda und Co. so etwas wie Druck verspüren, dann aufgrund ihrer Hoffnungen, den Menschen im extrem armen und politisch gebeutelten lateinamerikanischen Staat durch die eine oder andere Überraschung noch mehr Freude zu schenken.

"Die Menschen vertrauen in unserer Team, diesem Vertrauen wollen wir gerecht werden", so Rueda, für den Disziplin, Einsatz und das Zusammengehörigkeitsgefühl ("Unser Team ist wie eine Familie") das Erfolgsrezept in seinem Team bilden.

Als Dank für die Verdienste erhielt Rueda sogar die honduranische Staatsbürgerschaft. "Die Menschen lieben ihn", berichtete Edwin Martin Banegas, der PR-Manager des Teams. Der Streit um die Prämien für die erfolgreiche Qualifikation soll kein Thema mehr sein. Dabei soll der Verband den Spielern und Trainern noch 1,2 Millionen Dollar schulden, deshalb hatte Rueda auch mit Rücktritt gedroht gehabt.

Legionärs-Gerüst
Mittlerweile steht längst wieder die Konzentration aufs Sportliche im Vordergrund, schließlich steht die zweite WM-Teilnahme in der Geschichte von Honduras (nach 1982) an. Schmerzlich vermissen werden die Honduraner ihren verletzten Top-Torjäger Carlo Costly, nun ruhen die Hoffnungen vor allem auf anderen Europa-Legionären wie Wilson Palacios (Tottenham), Maynor Figueroa, Hendry Thomas (beide Wigan), Edgar Alvarez (Bari), Victor Bernardez (Anderlecht) oder David Suazo (Genoa).

Suazo, der aller Voraussicht nach mit Urgestein Carlos Pavon (57 Tore in 95 Spielen) den WM-Sturm bilden wird, rechnet sich auch gegen den amtierenden Europameister und WM-Favoriten Spanien etwas aus. "Spanien ist die beste Mannschaft der Welt, das ist klar. Aber es ist eine Lüge, zu sagen, dass man Spanien nicht besiegen kann. Alles kann passieren."

Zahlreiche andere Kaderspieler stehen beim nationalen Meister Olimpia Tegucigalpa unter Vertrag, der Großteil der Kicker in der honduranischen Liga spielt für ein paar Hundert Dollar pro Monat.

(apa/red)

1.6.2010 16:29
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