1.6.2010 10:33

Spanien und die drei Fragezeichen: Torres, Fabregas und Iniesta für WM rechtzeitig fit?

  • Stars bei Trainingseinheiten in Schruns dabei
  • Trotzdem wird für etwaige Ausfälle vorgesorgt

Die drei Fragezeichen - Fernando Torres, "Cesc" Fabregas und Andres Iniesta - hatten Spaniens Fußball-Teamchef Vicente del Bosque wegen ihrer Verletzungen bereits im weiteren Vorfeld der Fußball-WM in Südafrika ein paar Sorgenfalten mehr in die ohnehin schon zerfurchte Stirn getrieben. Der Kummer dürfte sich indes etwas lindern. Alle Drei machten die ersten Trainingseinheiten im WM-Vorbereitungscamp des Europameisters in Schruns in voller Länge mit.

Allerdings ließ es Del Bosque zu Wochenbeginn im schmucken Kleinststadion der Vorarlberger Gemeinde vorerst eher locker angehen. Ein bisschen strecken, ein bisschen recken, ein bisschen Fangen spielen, ein paar Dehnübungen für Sehnen und Muskeln, dazu eine Reihe verhaltener Sprints. Das war alles, was der "Mister" von seinen Stars zum Auftakt verlangte.

Erst in der auch für die Öffentlichkeit zugänglichen Abend-Session am Montag ging es bei einem internen Spielchen auf verkleinertem Feld ein wenig hurtiger zur Sache.

Auch das Kurzpassspiel auf engstem Raum wurde geübt. "Einmal berühren" lautete die Maxime. So wehte ein Hauch von "Tiqui Taca" durchs "Valle Montafán", wie das Montafon von manchem mitgereisten Journalisten der Einfachheit halber genannt wird. "Montafán" - mit feuriger Betonung auf der Schlusssilbe - klingt so richtig Spanisch und kommt daher leichter über die Lippen als die sonstigen Namen im Ländle. Der Ort "Schrum" oder "Tschrums" ist für die iberischen Gäste ein wahrer Zungenbrecher, "Tschagguns" wird da vorsichtshalber erst gar nicht in den Mund genommen.

Während die rekonvaleszenten Torres (Liverpool/Knieverletzung) und Fabregas (Arsenal/Riss im rechten Wadenbein) trotz ihres Trainingseifers weiter Wackelkandidaten sind, dürfte sich Iniesta (Barcelona/Muskelfaserriss) schon wieder dem Vollbesitz seiner Kräfte nähern. Der "Mann von La Mancha" (Iniesta wurde 1984 in Castilla-La Mancha geboren) wurde auch beim 3:2-Sieg der Spanier am Samstag in Innsbruck gegen Saudi-Arabien eine Stunde lang eingesetzt.

Mit Erfolg. "Iniesta war dynamisch und präzise", war etwa der Korrespondent der Tageszeitung "El Mundo" voll des Lobes. Bereits beim "Confederations Cup" vor einem Jahr in Südafrika, den Iniesta verletzungsbedingt versäumt hatte, habe sich gezeigt, wie wichtig er für die Mannschaft ist, analysierte er in Schruns. Der Europameister war damals überraschend im Semifinale an den USA (0:2) gescheitert.

In Schruns überlegt Del Bosque aber bereits, wie das Auftaktspiel gegen die Schweiz am 16. Juni in Durban unter den gegebenen Bedingungen angegangen werden soll. Insbesondere die Absenz des Liverpool-Strikers würde Del Bosque schmerzen. Denkbar wäre eine Variante mit David Villa als Solo-Spitze, also ein 4-5-1 oder 4-1-4-1-System.

Im Training wirkten zwar Torres und Fabregas stets auf der einen und Iniesta auf der anderen Seite mit, Rückschlüsse auf taktische Hintergedanken scheinen aber verfrüht. Diese könnte aber der Test gegen Südkorea am Donnerstag im Innsbrucker Tivoli-Stadion gegen Südkorea liefern. Dort könnten anhand der Trainings-Erkenntnisse auch Juan Mata (Valencia) und Jesus Navas (Sevilla) auf den Außenbahnen eine Rolle spielen.

(apa/red)

1.6.2010 10:33
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