Filmmaterial der BBC belastet Red Bull: Stallorder bei Kollision Vettel mit Webber?
- Funk von Teamchef Horner mit Vettel aufgezeichnet
- Schuldfrage: Team-Aussprache nach GP der Türkei

Die Kollision von Istanbul bereitet Red Bull ordentlich Kopfweh. Das Image des nach außen um einen makellosen Ruf bemühten Konzerns ist angekratzt. Die beiden Teamkollegen Mark Webber und Sebastian Vettel hatten sich beim Grand Prix der Türkei in Führung liegend von der Strecke geschossen. Hohn und Spott ergießt sich seitdem über die rasenden Dosen. Während externe Experten die Schuldfrage bei Vettel sehen, wurde Webber intern der schwarze Peter zugeschoben. Noch im Laufe dieser Woche will das Team in Milton Keynes eine Aussprache abhalten. Unterdessen droht Red Bull Racing neues Ungemach.
Denn jetzt ist hochbrisantes Filmmaterial aufgetaucht, das den Rennstall in arge Bedrängnis bringen könnte. Auf Aufzeichnungen der BBC soll zu sehen sein, wie Teamchef Christian Horner während des Rennens eine Stallorder ausspricht. TV-Kameras haben offenbar eingefangen, wie Horner Vettel über Funk auffordert Webber zu überholen. Die BBC will von seinen Lippen das Wort "pass" abgelesen haben. Stallorder ist in der Formel 1 verboten und wird in der Regel bestraft.
Bei Red Bull wird es nach der teaminternen Kollision zwischen Webber und Vettel auch künftig keine deklarierte Nummer 1 geben - zumindest offiziell. "Es wäre wahrscheinlich leichter, aber das ist nicht im Sinne von Red Bull", sagt Motorsportchef Helmut Marko. Der Ärger über den unnötigen Zwischenfall saß bei Marko noch tief. "Das ist ein Unfall, wie er eigentlich Nachwuchsfahrer passiert", betonte er. Bezüglich der anstehenden Vertragsverlängerung des Australiers Webber ("eine Formalität") kündigte er an, dass die weitere Zusammenarbeit mit dem 33-Jährigen "in den nächsten Tagen" besiegelt wird.
(red)
