Nach blutigem Militär-Einsatz gegen Hilfsflotte: Israel lässt Gaza-Aktivisten frei
- Knapp 700 Ex-Häftlingen drohen keine Strafen
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Mehrere Tote. 10.000 Tonnen Hilfsgüter an Bord
Zwei Tage nach dem blutigen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte hat Israel nach eigenen Angaben alle ausländischen Aktivisten wieder freigelassen. Eine Sprecherin der Gefängnisbehörde teilte mit, 632 internationalen Häftlinge seien aus der Haft entlassen worden und auf dem Heimweg.
Israel wollte alle ausländischen Gaza-Aktivisten bis Ende des heutigen Mittwochs abschieben. Es werde keine strafrechtliche Verfolgung der insgesamt fast 700 Menschen geben, die vorübergehend festgesetzt worden waren, sagte Generalstaatsanwalt Jehuda Weinstein. Die Aktivisten waren an Bord von sechs Schiffen und wollten Hilfsgüter in den abgeriegelten Gaza bringen. Sie wurden aber in der Nacht zum Montag von einer israelischen Kommandoaktion gestoppt, bei der neun Menschen getötet wurden.
Mehr Schaden als Nutzen
Israel habe sich zur Abschiebung entschlossen, da dem Land mehr Schaden als Nutzen entstünde, wenn man die Aktivisten im Land behalte, sagte Weinstein. Ursprünglich war darüber nachgedacht worden, etwa 50 Personen juristisch zu verfolgen, die in Übergriffe auf israelische Soldaten verwickelt gewesen sein sollen.
Wenige Stunden vor der Ankündigung hatte die Türkei Israel eine Frist für die Freilassung der pro-palästinensischen Aktivisten gesetzt. Sollten die türkischen Aktivisten nicht bis Mittwochabend auf freien Fuß kommen, werde die Türkei die Beziehungen zu Israel überprüfen, erklärte Außenminister Ahmet Davutoglu in Ankara. Insgesamt waren rund 400 Türken an Bord der Hilfsflotte für den Gazastreifen.
Gute Behandlung im Gefängnis
Eine israelische Sprecherin der Gefängnisbehörde betonte, alle Häftlinge seien gut behandelt worden. Sie hätten Wasser und Lebensmittel sowie saubere Kleidung erhalten. "Sie wurden von Diplomaten, Rotkreuz- Mitarbeitern und Rechtsanwälten besucht", sagte sie. Einige hätten sich sogar für die gute Behandlung bedankt. Zuvor waren gegenteilige Berichte von Inhaftieren über eine schlechte Behandlung bekanntgeworden.
Israel begann unterdessen damit, die ersten Hilfsgüter der Solidaritätsflotte in den Gazastreifen zu bringen. Ein Armeesprecher sagte, dass zehn Lastwagen unter anderem Medikamente, Nahrungsmittel, Rollstühle und Kinderspielzeug zum Grenzübergang Kerem Shalom gebracht hätten.
(apa/red)
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