Mittwoch, 2. Juni 2010

Nach blutigem Militär-Einsatz gegen Hilfsflotte: Israel lässt Gaza-Aktivisten frei

  • Knapp 700 Ex-Häftlingen drohen keine Strafen
  • PLUS: Erste Hilfsgüter erreichen den Gazastreifen

Zwei Tage nach dem blutigen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte hat Israel nach eigenen Angaben alle ausländischen Aktivisten wieder freigelassen. Eine Sprecherin der Gefängnisbehörde teilte mit, 632 internationalen Häftlinge seien aus der Haft entlassen worden und auf dem Heimweg.

Israel wollte alle ausländischen Gaza-Aktivisten bis Ende des heutigen Mittwochs abschieben. Es werde keine strafrechtliche Verfolgung der insgesamt fast 700 Menschen geben, die vorübergehend festgesetzt worden waren, sagte Generalstaatsanwalt Jehuda Weinstein. Die Aktivisten waren an Bord von sechs Schiffen und wollten Hilfsgüter in den abgeriegelten Gaza bringen. Sie wurden aber in der Nacht zum Montag von einer israelischen Kommandoaktion gestoppt, bei der neun Menschen getötet wurden.

Mehr Schaden als Nutzen
Israel habe sich zur Abschiebung entschlossen, da dem Land mehr Schaden als Nutzen entstünde, wenn man die Aktivisten im Land behalte, sagte Weinstein. Ursprünglich war darüber nachgedacht worden, etwa 50 Personen juristisch zu verfolgen, die in Übergriffe auf israelische Soldaten verwickelt gewesen sein sollen.

Wenige Stunden vor der Ankündigung hatte die Türkei Israel eine Frist für die Freilassung der pro-palästinensischen Aktivisten gesetzt. Sollten die türkischen Aktivisten nicht bis Mittwochabend auf freien Fuß kommen, werde die Türkei die Beziehungen zu Israel überprüfen, erklärte Außenminister Ahmet Davutoglu in Ankara. Insgesamt waren rund 400 Türken an Bord der Hilfsflotte für den Gazastreifen.

Gute Behandlung im Gefängnis
 Eine israelische Sprecherin der Gefängnisbehörde betonte, alle Häftlinge seien gut behandelt worden. Sie hätten Wasser und Lebensmittel sowie saubere Kleidung erhalten. "Sie wurden von Diplomaten, Rotkreuz- Mitarbeitern und Rechtsanwälten besucht", sagte sie. Einige hätten sich sogar für die gute Behandlung bedankt. Zuvor waren gegenteilige Berichte von Inhaftieren über eine schlechte Behandlung bekanntgeworden.

 Israel begann unterdessen damit, die ersten Hilfsgüter der Solidaritätsflotte in den Gazastreifen zu bringen. Ein Armeesprecher sagte, dass zehn Lastwagen unter anderem Medikamente, Nahrungsmittel, Rollstühle und Kinderspielzeug zum Grenzübergang Kerem Shalom gebracht hätten.

(apa/red)

2.6.2010 15:45
mundl66, 02. 06. '10 09:32
vermisse Stellungnahme von Muzikant
überall quargeld er normalerweise mit auch wenn es ihm einen Popohusten angeht.
und bei so einer Aktion........
founder, 02. 06. '10 06:45
Stellen wir uns einmal vor dieses Video
würde zeigen wie deutsche Soldaten ein mutmaßliches Schiff der Piraten vor Somalia kontrollieren. Deutsche Soldaten wollen an Bord von einem mutmaßlichen Piratenschiff welches in internationalen Gewässern einige 100km vor Somaila kontrolliert werden soll.

Sind dann die Emotionen vielleicht anders?

Aber wo ist der Unterschied wenn deutsche Soldaten in internationalen Gewässern ein mutmaßliches Piratenschiff oder israelische Soldaten einen mutmaßlichen Waffenschmuggler kontrollieren?
Marc99, 02. 06. '10 08:41
Das meinen sie wohl selbst nicht ernst?
Andernfalls müßte ich ihren Geisteszustand in Frage stellen.
Einen Angriff auf Hilfslieferungen mit dem Argument mutmaßlicher Waffenlieferungen zu rechtfertigen - auf eine dartige Unverfrorenheit ist nicht einmal die israelische Propaganda gekommen, weil sie sich damit genauso lächerlich gemacht hätte wie sie. Irael hat bei der ganzen Aktion rein aus einem Justament-Standpunkt heraus gehandelt. "Wir tun was wir wollen, auch wenn die ganze Welt gegen uns ist!" Menschenleben spielen bei derartigen Haltungen wirklich keine Rolle.
DerLeutnant, 02. 06. '10 09:15
Re: Stellen wir uns einmal vor dieses Video
Nun ich würde meinen das Deutschland mit gehörigen Sanktionen und vor den Weltsicherheitsrat zitiert werden würde!
Abgesehen das mal wieder die Dümmlichen und ewig Gestrigen mit den bekannten Nazimethodenaussagen daherkommen würden! Aber oho die Israelis dürfen das natürlich schon und wehe man sagt was dagegen!
founder, 02. 06. '10 09:21
Wenn man das Waffenarsenal der "Friedensaktivisten" sieht
Dann könnten ja auch Produktionsanlagen für bessere Raketen und dergleichen bei der Hilfslieferung sein.

Wenn das Gewissen rein ist, warum hat man sich derart agressiv gegen die Kontrolle gewährt?
swarco_raiders, 02. 06. '10 14:32
Re: Stellen wir uns einmal vor dieses Video
die israelis haben die gefundenen waffen im Fernsehen gezeigt. weist du was für waffen das waren? messer, metallrohre und leuchtpistolen. ,mit diesem "arsenal" wollten die aktivisten ganz bestimmt eine invasion auf israel durchführen^^
founder, 02. 06. '10 16:12
Wie inzwischen einige Medien melden
Die wollten Märtyrer werden und haben alles geta um erschossen zu werden. Es war ein geplanter Selbstmord um Israel zu diskreditieren und selbst zu einem Märtyrer zu werden.
maierhofer____, 02. 06. '10 18:09
Re: Stellen wir uns einmal vor dieses Video
Naja, bin mir auch sicher,dass man auf so großen schiffen keine waffen in den gaza schmuggeln könnte. Selbst wenn, was geht Israel das an? Ja gut, ein paar Tote in einer Woche - aber hey was solls, war vor 65 Jahren schon schlimmer!