UNO-Sicherheitsrat erteilt Israel schweren
Rüffel: Angriff auf Gazaflotte wird verurteilt
- Gremium fordert sofortige Freilassung von Aktivisten
- VIDEO vom Militär-Angriff auf die "Mavi Marmara"
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im Nahen Osten
Chronologie: Frieden
als ein unnahbares Ziel

Der UNO-Sicherheitsrat hat die Gewalt bei der israelischen Militäraktion gegen eine Flotille mit Hilfsgütern für den Gazastreifen verurteilt. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen erklärte nach zehnstündigen Beratungen in New York, es verurteile die Handlungen, die zum Tod von Zivilisten geführt hätten.
Weiters forderte der Rat die sofortige Freigabe der von Israel aufgebrachten Schiffe und die Freilassung festgenommener Zivilpersonen. Außerdem verlangte der UNO-Sicherheitsrat eine sofortige, unparteiische, glaubwürdige und transparente Untersuchung des Zwischenfalls. Bei der Militäraktion waren am Montag nach israelischen Angaben neun pro-palästinensische Aktivisten getötet worden. Die Mehrzahl der neun Getöteten sind türkische Staatsbürger, wie ein Sprecher der Hilfsorganisation IHH erklärt. Insgesamt sollen mehr als die Hälfte der Gaza-Aktivisten aus der Türkei stammen.
629 Aktivisten weiter in Haft
Nach Angaben des israelischen Innenministeriums wurden 50 Ausländer, die sich zur freiwilligen Ausreise bereiterklärt hätten, zum Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv gebracht. 629 andere hätten dies abgelehnt und blieben vorerst in Gewahrsam, darunter der schwedische Schriftsteller Henning Mankell. Die deutschen Bundestags-Abgeordneten Annette Groth und Inge Höger von der Linkspartei, die ebenfalls festgenommen wurden, sind bereits nach Deutschland ausgeflogen worden. Ebenso der frühere Abgeordnete Norman Paech. In einer ersten Reaktion hat Paech schwere Vorwürfe gegen Israel erhoben. "Das war kein Akt der Selbstverteidigung. Das war ein Kriegsverbrechen", sagte der frühere deutsche Bundestagsabgeordnete unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Israel. Ähnlich äußerten sich auch die Abgeordneten Annette Groth und Inge Höger. "Wir haben uns wie im Krieg gefühlt", schilderte Höger ihre Eindrücke von der Militäraktion. "Wir konnten nur zurückkommen, weil wir Abgeordnete sind", fügte Höger hinzu. "Alle anderen sind im Gefängnis."
"Vergeltungsaktion" als Folge
Unterdessen zog die israelische Flotten-Kaperung weitere Gewaltakte nach sich: Der militärische Arm der Fatah-Bewegung, die Al-Aksa-Brigaden, bekannte sich zu einem Raketenangriff auf den südlichen Teil Israels. Es handle sich um eine "Vergeltungsaktion" für den Tod der neun ausländischen Aktivisten.
Israel hat angekündigt, dass es jedes weitere Hilfsschiff für den Gazastreifen stoppen werde. Die Organisatoren der "Flottille der Freiheit", die in der Nacht auf Montag gewaltsam von der israelischen Armee gestoppt worden war, hatten bekanntgegeben, dass zwei weitere Schiffe auf dem Weg in den Gazastreifen seien.
"Bestürzt" hat die österreichische Bundesregierung auf das jüngste Blutvergießen im Nahen Osten reagiert. Österreich spreche sich für eine unabhängige Aufklärung der Vorgänge im Zuge der Flotten-Kaperung aus, so Bundeskanzler Faymann.
Armee veröffentlicht Video
In der Zwischenzeit hat die israelische Armee ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie der Militäreinsatz auf der "Mavi Marmara" vonstatten gegangen ist. Das Bildmaterial zeigt, dass die Aktivisten zunächst mit Stöcken auf die Soldaten losgegangen sind. Erst nach diesen Attacken sei der Befehl gegeben worden, auch Schusswaffen einzusetzen, hieß es seitens der Israelis.
(apa/red)
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