Rätselraten um Köhlers Nachfolger: Neuer Bundespräsident wird am 30. Juni gewählt
- CDU-Spitze berät derzeit über mögliche Kandidaten
- Schäuble, von der Leyen und Lammert im Gespräch

·Deutscher Bundes- präsident Köhler geht
Wegen Kritik an seinen Afghanistan-Äußerungen
·Köhlers umstrittene Interviewäußerungen
Afghanistan-Interview wird zu seinem Waterloo
·Gregor Gysi: "Ich bedauere den Schritt"
REAKTIONEN zum Rücktritt von Köhler
·Erster Nicht-Politiker im höchsten Staatsamt
Horst Köhler - erst vor einem Jahr wiedergewählt
Der neue deutsche Bundespräsident wird voraussichtlich am 30. Juni gewählt. Der Tag ist laut Grundgesetz der letztmögliche Tag für die Wahl des Nachfolgers des am Montag zurückgetretenen Staatsoberhaupts Horst Köhler durch die Bundesversammlung. Die Spitzen der christlich-liberalen Regierungskoalition kamen heute zu Beratungen über die Nachfolge von Bundespräsident Horst Köhler zusammen.
Im Gespräch waren zunächst Finanzminister Wolfgang Schäuble, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, Bundestagspräsident Norbert Lammert und der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer (alle CDU). Beim Treffen der Parteichefs Angela Merkel, Guido Westerwelle und Horst Seehofer im Bundeskanzleramt sollte es nach Informationen aus Koalitionskreisen offiziell um die Gesundheitsreform gehen. Es wurde aber erwartet, dass die Teilnehmer auch über die Nachfolge des von ihnen aufgestellten Köhler reden.
Schwere Last auf Regierung
Köhlers Rücktritt belastet die deutsche Regierung zusätzlich zur Euro-Krise und zum bevorstehenden Sparkurs. Köhler hatte seinen beispiellosen Rückzug am Montag mit der Kritik an seinen Äußerungen zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan begründet. Gewählt wird der Präsident von einer Bundesversammlung, in der CDU, CSU und FDP derzeit die Mehrheit hätten. Die Bundesversammlung hat mehr als 1.000 Mitglieder. Die Hälfte von ihnen sind die Bundestagsabgeordneten, die andere Hälfte wird von den Landtagen erst gewählt, die nicht nur Parlamentarier, sondern auch Sportler, Künstler und andere Personen des öffentlichen Leben nach Berlin entsenden.
Nach Merkels Worten wollen sich CDU, CSU und FDP zunächst auf einen Personalvorschlag einigen und dann auf die Oppositionsparteien zugehen. In einem Interview von ARD und ZDF sagte sie, der Kandidat der Koalition solle eine Persönlichkeit sein, die "eine Chance hat, von allen akzeptiert zu werden".
(apa/red)
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