Heinisch-Hosek plant "Black List": Firmen sollen Männer- & Frauengehälter offenlegen
- Ministerin gegen niedrigere Lohnsteuern für Frauen
- Skeptisch bei gemeinsamer Obsorge nach Scheidung

·Frauenbericht 2010: Keine Gleichstellung
Ministerin Heinisch-Hosek möchte "lästig bleiben"
·"Teilzeit für Frauen
eine Sackgasse"
Heinisch-Hosek nimmt
Betriebe in die Pflicht
·Frauen stärker von Armut betroffen ...
... und erhalten auch noch
weniger Notstandshilfe
·"Soll Mann fragen, wenn sie nichts weiß"
Frauenfeindlichster Sager von den Grünen gekürt
·Männerwirtschaft
wird Kampf angesagt
Riesige Lohnunterschiede
zwischen Mann und Frau
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek erwägt, eine "Black List" von Unternehmen anzulegen und zu veröffentlichen, die der ab 2011 geplanten Offenlegung von Männer- und Frauengehältern nicht nachkommen. Die von ihr gewünschten Sanktionsmöglichkeiten seien "leider nicht auszuverhandeln" gewesen, sagte sie in der ORF-"Pressestunde". Aber wenn sich viele Betriebe nicht an die künftige gesetzliche Vorgabe eines Einkommensberichts halten, werde man nach dem Probebetrieb wieder darüber sprechen müssen.
Heinisch-Hosek geht jedoch davon aus, dass es sich die Unternehmen "nicht leisten werden wollen", der Verpflichtung zur (anonymisierten) Offenlegung der Gehälter von Frauen und Männern nicht nachzukommen. Mit den Sozialpartnern wurde ein Stufenplan ausverhandelt, im Herbst soll die diesbezügliche Änderung im Gleichbehandlungsgesetz im Parlament beschlossen werden.
2011 sollen zunächst Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern einen Einkommensbericht vorlegen müssen, ab 2012 mit 500, ab 2013 mit 250 und ab 2014 mit mehr als 150 Mitarbeitern. Dann wird laut der Ministerin die Hälfte der Betriebe und damit insgesamt 1,2 Millionen Arbeitnehmerinnen erfasst sein.
Gegen niedrigere Lohnsteuern für Frauen
Eine klare Absage erteilte Heinisch-Hosek dem Vorschlag italienischer Wissenschafter, die Frauenbeschäftigung durch niedrige Lohnsteuern zu fördern. Das halte sie für gleichheitswidrig - und "das könnte auch Ausbeutungscharakter haben". Die Ministerin verwies vielmehr auf Studien, wonach es 30 Prozent mehr Wirtschaftswachstum bringen könnte, wenn Frauen und Männer endlich gleichgestellt werden.
Dem Vorwurf, sie würde mit ihren Vorschlägen - z.B. jenem zu Frauen in Spitzenpositionen - ständig scheitern und "gegen Mauern rennen", trat Heinisch-Hosek entgegen: "Ich öffne Fenster und renne nicht gegen Mauern", meinte sie. Und verwies auf Erfolge wie das einkommensabhängige Kindergeld.
Skeptisch gegenüber gemeinsamer Obsorge
Skeptisch steht Heinisch-Hosek einer automatischen gemeinsamen Obsorge für Scheidungskinder gegenüber. Vor allem bei nicht einvernehmlichen Trennungen, wo die Eltern häufig "bis aufs Blut streiten", könne man die gemeinsame Verantwortung für Kinder nicht einfach verordnen. Wenn, dann sollte es eine solche erst nach einer gewissen Abkühlphase geben. Am 24. Juni werden diese Themen bei einer Enquete im Parlament besprochen.
(apa/red)
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