Dienstag, 1. Juni 2010

Keine Spur von einer "Harmonie-Koalition":
SPÖ und ÖVP in vielen Fragen nicht einig

  • Regierungsinterner Streit um den Assistenzeinsatz
  • Weitere Zankäpfel: Mindestsicherung & Transferkonto

Zwischen den Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP gärt es wieder. Nach dem Streit um die Einführung der bedarfsorientierten Mindestsicherung setzen Rot und Schwarz ihre gegenseitigen Sticheleien munter fort. Neuester Zankapfel: Der Assistenzeinsatz, den die SPÖ über 2010 hinaus fortgesetzt sehen will. Es läge allerdings an Innenministerin Fekter, diesen zu beantragen, sagte Verteidigungsminister Darabos vor dem Ministerrat. Fekter selbst wollte sich dazu allerdings noch nicht festlegen.

Sie habe schon vor der Wahl gesagt, dass man sich den Assistenzeinsatz im Herbst anschauen und evaluieren werde, und das sage sie heute auch, so die Innenministerin. ÖVP-Klubobmann Kopf hatte sich ja zuvor für eine Beendigung des umstrittenen Einsatzes ausgesprochen.

Neben dem Assistenzeinsatz sorgen auch Aussagen von Vizekanzler Pröll bei der SPÖ für Unmut. Dieser hatte Darabos beim Bundesheer mehr oder weniger Planungslosigkeit vorgeworfen hat. Das ließ Darabos vor der Regierungssitzung nicht auf sich sitzen und sprach von einem "kleinen politischen Amoklauf". Er habe den vom Finanzminister verordneten Sparkurs umzusetzen. Das werde er auch am Boden der Bundesheerreform und mit Blick auf Qualität tun. Da seien die Zurufe Prölls "unnötig wie ein Kropf".

Mindestsicherung: "Wir schaffen es"
Innerhalb der Koalition sind auch die Fronten zur Mindestsicherung und Transparenzdatenbank weiterhin verhärtet. Zwar meinen Kanzler Faymann und Vize Pröll, dass eine Einigung möglich ist. Verbal lieferten sie sich im Pressefoyer nach dem Ministerrat allerdings ein Duell. Während Faymann bekräftigte, dass die Mindestsicherung Teil der Armutsbekämpfung sei, bezeichnete Pröll diese als "umstritten".

Sozialminister Hundstorfer hatte sich noch vor dem Ministerrat zuversichtlich gezeigt, dass die Mindestsicherung trotz des koalitionären Streits um die Transparenzdatenbank wie vereinbart beschlossen wird. Er glaube, "dass wir es schaffen", am 10. Juni die Mindestsicherung im Sozialausschuss zu beschließen.

Was die Transparenzdatenbank betrifft, bzw. die Offenlegung von Agrarförderungen, halte er sich an das, "was wir ausgemacht haben", blieb Hundstorfer eher kryptisch. Bei dem Konflikt geht es um die Ausgestaltung der Transparenzdatenbank, in der alle Transferleistungen zusammengefasst werden sollen. Konkret will die ÖVP 800 Mio. Euro aus Förderprogrammen für die Landwirtschaft ausnehmen, weil diese Gelder ihrer Meinung nach mit Gegenleistungen (z.B. Verzicht auf Düngemittel) verknüpft sind. In der Transparenzdatenbank sollen aber nur Transferleistungen ohne Gegenleistung aufgelistet sein. Die SPÖ ist da freilich anderer Meinung und will die gesamte Agrarförderung - im Jahr rund 2,2 Mrd. Euro - transparent machen.

Faymann geht auf ÖVP los
Bundeskanzler und SP-Chef Werner Faymann hatte einen Tag vor der Burgenland-Wahl die Junktimierung der Mindestsicherung mit der Transferdatenbank durch die ÖVP ungewöhnlich scharf kritisiert. "Es ist eine Schande, die Armutsbekämpfung zu einem Tauschobjekt zu machen", sagte Faymann. "Jemand, der sein christlichsoziales Gewissen an der Garderobe abgegeben hat, wird uns kennenlernen", so der Kanzler in Richtung VP-Klubchef Karlheinz Kopf, der die Debatte losgetreten hatte.

(apa/red)

1.6.2010 19:39
Sandner, 01. 06. '10 20:21
KASPERLTHEATER
Mir geht inzwischen das Kasperltheater zwischen Pröll und Faymann derart auf die Nerven, man weiss oft nur nicht wer gerade im Moment das böse Krokodil ist und wer der Karsperl, was mich dabei nur wahnsinnig stört .......der Eintritt zum Kaspertheater kostet weit weniger ........und diese beiden Hauptdarsteller kosten uns ein Vermögen !!!!
hary1965, 01. 06. '10 20:21
Wie soll jemand mit einem Faymann regieren??
Im Grunde gab es schon bessere Politiker als Pröll, aber er hat es in dieser Zeit sicher nicht leicht. Er ist Finanzminister eines Staates der vor der Pleite steht und das ist nicht seine Schuld. Statt sich auf wesendliche Dinge zu konzentrieren, kann er sich mit dem Blindgänger Faymann herumschlagen, der so gut wie keine Persönlichkeit hat und daher immer wieder etwas anderes ins Ohr geflüstert bekommt und nicht mehr weiß was er gestern wollte. Dieser muß auch immer wieder irgendwelche Schuldigen für die Kriese präsendieren, vielleicht werden es auch mal die Radfahrer weil sie keine Steuer bezahlen? Statt endlich mal zu kapieren das es einfach nicht auf Dauer geht alles zu versprechen (Hacklerregelung) ohne Geld zu haben und endlich mal vernüftiges zu tun anstatt nur nach Reiche zu suchen
witthans, 01. 06. '10 20:32
Re: Wie soll jemand mit einem Faymann regieren??
.....nicht schon wieder die Hacklerregelung in den Mund nehmen. Solange die ÖBB-ler mit 50 Jahren in Pension gehen, dürfte die Hacklerregelung (45/60 bzw 40/55) nicht einmal ansatzweise in Frage gestellt werden.
politikvedrossener, 03. 06. '10 15:07
Re: Wie soll jemand mit einem Faymann regieren??
Der arme Pröll - jetzt muss er die Suppe der anderen auslöffeln, er ist schon ganz abgemagert, der Arme.
Für die hohe Verschuldung Österreichs ist die jetzige Regierung mit Finanzminister Pröll maßgeblich mitschuldig. Für Banken, Luftfahrtsunternehmen und verschuldete Länder ist scheinbar genug Geld vorhanden, für Hackler und ASVG-Versichert dagegen keines. Wenn Herr Pröll sparen will, so soll er zuerst bei den Politikern und der Verwaltung sparen. Auch soll er sich die vielen veruntreuten Millionen von Managern (auch die extrem hohen mit nichts zu rechtfertigenden Abfertigungen) staatsnaher Betriebe holen.
Also: kein Geld mehr an staatsnahe Betriebe, gewaltiger Abbau in der Verwaltung, Kürzung der Politikergehälter, Abschaffung von Politikerpensionen,... Sparmöglichkeiten gibt es genug
Vasant, 01. 06. '10 12:53
Na dann ....
nehmen wir halt wieder 80 Millionen Steuergelder und
zelebrieren wir eine Neuwahl;) Und mal ehrlich ... man
kann den Faymann und die SPÖ einfach nicht ernst
nehmen!

Der Pröll schleudert unsere Steuergelder nach
Griechenland und die SVA kackt jetzt sogar noch
den Selbstständigen ordentlich ins Leben sprich
kassieren JA, Leistung NEIN ... irgendwie sehe
ich da Parallelen zur Politik in Österreich;)

Macht, Gier, Geld, Neid usw. sind die Haupthemen
in unserem Land geworden und mit so einer
Einstellung kommen wir nie aus dem Sumpf
raus ... im Gegenteil ... wir rutschen immer
weiter rein!

Jeder sieht was da abgeht und mehr kann man
dazu nicht mehr sagen!
smarterpetzie, 01. 06. '10 22:52
Re: Na dann ....
Irgendwie bist Du fixiert!!Zuerst schreibst Du, "man kann den Faymann und die SPÖ nicht ernst nehmen", dann aber "schleudert der Pröll unsere Steuergelder nach Griechenland", und kritisierst die SVA. Ist das die SPÖ? Nimm einmal Deine Brille ab, dann siehst Du besser. Der Rest Deines Kommentars sowie viele andere von Dir sind ja meist sehr gut und treffend.
keinauto, 02. 06. '10 11:49
Re: Na dann ....
Ob ein Bundeskanzler Strache die Probleme lösen würde,
oder eine andere Koalition? Na; ich weiss nicht!!