Gasexplosion in St. Pöltener Wohnhaus:
Fünf Menschen tot aus Trümmern geborgen
- Landeskriminalamt hat Opfer bereits identifiziert
- Brandermittler suchen nach Ursachen des Unglücks
PLUS: BILDER und VIDEO von der Unglücksstelle
·VIDEO: Tödliche Gas-
explosion in St. Pölten
Fünf Menschen kamen bei Unglück ums Leben
·Einsturz eines Hauses in St. Pölten
BILDER: Feuerwehr
sucht nach Verschütteten
·GRAFIK: Explosion zerstört Wohnhaus
Stadtplan St. Pölten
mit Lokalisierung
·Noch schlimmer war nur Wilhelmsburg dran
Gasexplosion in St. Pölten
ruft 1999 ins Gedächtnis

Fünf Tote und ein Haufen Schutt und Asche - das ist die traurige Bilanz einer Gasexplosion eines Wohnhauses an der Kreuzung Munggenaststraße/Spratzerner Kirchenweg in St. Pölten. Die Bergung der vermissten Personen - zwei Männer und drei Frauen - dauerte vom späten Donnerstagnachmittag bis nach Mitternacht. "Das letzte Opfer wurde um 0.50 Uhr geborgen", sagte Bürgermeister Matthias Stadler.
Seit das Haus am Feiertag gegen 8.00 Uhr in die Luft flog, war ein Großaufgebot der Feuerwehr aus dem Bezirk - laut Bezirksfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner 33 Wehren mit 600 Mann - im Einsatz. Für die Arbeiten mit schwerem Atemschutz benötigten sie über 700 Atemluftflaschen. Dazu kamen noch rund 200 Kräfte der Rettungsdienste Rotes Kreuz sowie Arbeitersamariterbund sowie zahlreiche Beamte des Magistrats, der Stadtpolizei sowie des Bundes- und Landeskriminalamts. Insgesamt waren "in Spitzenzeiten bis zu tausend Leute im Einsatz", so Stadler.
Opfer identifiziert
Von den Feuerwehrleuten wurde der gesamte Unglücksbereich "bis zum letzten Ziegel" durchgekämmt, schilderte Fahrafellner - um sicher zu gehen, dass sich außer den vermissten und geborgenen Personen keine weiteren Opfer im Schuttkegel befinden. In dem Haus wohnten ein älteres Ehepaar, dessen Tochter sowie eine Enkeltochter. Zudem dürfte der Lebensgefährte der Tochter, ein Nigerianer, zu Gast gewesen sein, als die Explosion erfolgte. "Es ist so, dass die Toten die fünf Vermissten sind", sagte Alfred Schüller vom Landeskriminalamt NÖ. Darüber bestehe an sich "kein Zweifel".
Ermittlungen auf Hochtouren
Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren. Brandermittler des Bundeskriminalamtes waren gemeinsam mit Technikern der EVN dabei, die Gasleitungen in der Munggenaststraße freizulegen, um die Rohre auf Dichtheit und Druck zu kontrollieren. Die Arbeiten würden zäh laufen, aber man komme voran, berichtete der Brandsachverständige Christian Tisch.
Die Kriminaltechniker gehen bei ihrer Arbeit von konkreten, aber nicht näher erläuterten, Ermittlungshypothesen aus. "Man wird sehen, was die Spuren bringen", meinte Tisch. Um feststellen zu können, wo genau der Schaden aufgetreten ist, werden die Techniker auch die Hochspannungsleitung freilegen.
EVN um Gasversorgung bemüht
Die EVN war indes bemüht, die Gasversorgung im Süden St. Pöltens wiederherzustellen. Nach dem Unglück waren etwa 2.000 Haushalte vorübergehend abgeschnitten. Sicherheit habe oberste Priorität und gehe vor Geschwindigkeit, hieß es seitens des Energieversorgers.
140 Haushalte weiterhin ohne Gas
Etwa 140 Haushalte in unmittelbarer Umgebung des Unglücksortes würden vorerst jedenfalls ohne Gas bleiben. Hier werde die Versorgung erst wieder aufgenommen werden können, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, so die EVN. Für den Großteil des vorübergehend abgeschnittenen Gebietes wurde ab 13.00 Uhr am Freitag das Netz wieder mit Erdgas gefüllt. Seit den frühen Nachmittagsstunden waren außerdem 50 EVN-Techniker unterwegs, um mit jedem der betroffenen Kunden in Verbindung zu treten und in der Folge Anlagen wieder in Betrieb zu nehmen. Der Großteil der Haushalte sollte noch am Freitag wieder versorgt werden.
Kostenlose Duschmöglichkeiten
Für jene Bewohner St. Pöltens, wo das noch nicht der Fall sein kann und damit auch kein Warmwasser zur Verfügung steht, hat die Stadt ein Gratis- Service angeboten. In der Aquacity, im Sommerbad und in der Prandtauerhalle stehen kostenlos Duschmöglichkeiten zur Verfügung.
(apa/red)
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