Üble Attacke im Wiener Museumsquartier:
Homosexueller von Jugendlichen verprügelt
- Mit Ausdrücken wie "Scheiß Schwuchteln" beschimpft
- Opfer ging nach Kopfstoß und Faustschlag zu Boden

Das Wiener Museumsquartier wurde am vergangenen Samstagabend Schauplatz eines schrecklichen Übergriffs auf ein homosexuelles Paar. Wie NEWS.at erfahren hat, haben vier Jugendliche das Männerpaar zunächst mit Ausdrücken wie "Missgeburten", "Scheiß Schwuchteln" oder dem Sager "Gott hat nur zwei Geschlechter" beschimpft und danach einen der beiden mit Schlägen attackiert.
Der 23-jährige Alejandro und sein um ein Jahr älterer Lebensgefährte spazierten am Samstagabend gegen 22 Uhr händchenhaltend durch den Innenhof des Museumsquartiers, als sie plötzlich von vier Teenagern im Alter zwischen 15 und 18 Jahren angeflegelt werden. Alejandro versucht zunächst, die Situation in einem Gespräch zu klären. Sein Lebensgefährte dreht sich in der Zwischenzeit kurz weg. "Die Jugendlichen forderten Geld, damit sie mit ihren Beschimpfungen aufhören", berichtet Julian Wiehl, Herausgeber des Online-Magazins Vangardist und Bekannter des Pärchens, gegenüber NEWS.at.
Als sich sein Lebensgefährte wieder umdreht, liegt Alejandro bereits am Boden. Einer der Jugendlichen hatte ihm zunächst einen leichten Kopfstoß versetzt. Angestachelt von seinen Begleitern schlug der Angreifer dann aber noch einmal mit der Faust zu, diesmal fester. Alejandro stürzt und verliert sogar kurz das Bewusstsein. Am Boden liegend muss das Opfer weitere Schläge einstecken.
Polizei ermittelt
Erst durch das Eingreifen von Passanten löst sich das Gerangel im Museumsquartier auf. Als die Zeugen des Übergriffs drohen, die Polizei zu rufen, machen sich die jugendlichen Täter schnell aus dem Staub und flüchten Richtung Mariahilfer Straße. Der Vorfall wurde tags darauf bei der Polizei angezeigt. "Einige Teile des Museumsquartiers werden videoüberwacht, diese Aufzeichnungen könnten uns Hinweise auf die Täter liefern", heißt es von Seiten der Exekutive auf Nachfrage von NEWS.at. Die Angreifer sollen zum Teil Migrationshintergrund haben und Deutsch, "mit leichtem Akzent", sprechen.
Im AKH werden beim Opfer später eine Gehirnerschüttung sowie mehrere Prellungen an Armen und Beinen festgestellt. Die Lippe Alejandros sei nach wie vor geschwollen, erzählt Wiehl: "Abgesehen von seinen Verletzungen geht es ihm jedoch relativ gut. Alejandro sieht sich nun sogar bestärkt, weiter Zivilcourage zu beweisen."
(jt)
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