Hundstorfer spart bei Kursen des AMS: Bald 100 Mio. Euro weniger für Jobvermittlungen
- Schulungen gekürzt, mehr Geld für Eingliederung
- Sozialminister will Generation Praktikum unterstützen
·April-Arbeitslosigkeit
um 3,3 % gesunken
Starken Anstieg gibt es bei AMS-Schulungen
·Arbeitslosigkeit in
EU auf Rekordniveau
Jeder zehnte Europäer
hat keine Beschäftigung
·Weltwirtschaft noch nicht über den Berg
IWF-Chef Strauss-Kahn spricht von ernster Lage
·Am Arbeitsmarkt
ist bald die Hölle los
Ostöffnung macht dem
AMS das Leben schwerer

Sozial- und Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer will künftig bei der AMS-Kursen sparen. Das Budget des Arbeitsmarktservice werde um knapp 100 Mio. Euro schrumpfen. Kürzungen werde es bei den Schulungen geben, dafür werde es zu einer Verlagerung in Richtung Eingliederungsbeihilfen kommen, sagte der Minister vor Journalisten.
Derzeit sitzen rund 70.000 Arbeitslose in einer AMS-Schulung. Diese sollen nun evaluiert und die Kurskosten überprüft werden. Auch dass jemand dreimal den Kurs "Wie bewerbe ich mich richtig" besucht, dürfe es künftig nicht mehr geben. Dass es durch die Kürzungen bei den Schulungen zu steigenden Arbeitslosenzahlen kommen werde, glaubt Hundstorfer nicht. Denn einerseits würden Eingliederungsbeihilfen besser wirken, andererseits habe sich der Arbeitsmarkt besser entwickelt als ursprünglich angenommen.
Insgesamt gebe es am Arbeitsmarkt "gewisse Entspannungssignale". So habe es Ende April bereits in drei Bundesländern rückläufige Arbeitslosenzahlen gegeben. Und das werde voraussichtlich auch im Mai so bleiben. Eine echte Entspannung sei das aber noch keine, so der Minister. Denn in der Industrie seien 8 bis 10 Prozent der Arbeitsplätze verloren gegangen und "die kommen nicht mehr wieder".
Wesentlich im Kampf gegen Arbeitslosigkeit sei nach wie vor die Qualifizierung. 40 Prozent der Jobsuchenden haben lediglich einen Pflichtschulabschluss. Daher sei Nachqualifizierung notwendig. Die Eingliederungsbeihilfe für Langzeitarbeitslose soll künftig auch verstärkt für Höherqualifizierte wie HTL-, Fachhochschul- und Uni-Absolventen, die einen Job suchen, eingesetzt werden und eine Hilfe für die "Praktikanten-Generation" darstellen.
(apa/red)
