EasyJet ist stinksauer: Billigflieger
will wegen Asche-Flugverboten klagen
- Unternehmenschef: Wird "Klage aller Fluglinien"
- Verluste zwischen 50 und 75 Millionen Euro erlitten

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Der britische Billigflieger EasyJet bereitet eine Sammelklage wegen der Flugverbote als Folge der isländischen Aschewolke vor. "Wir arbeiten daran bereits mit einer Gruppe anderer Unternehmen, auch außerhalb des Low-Cost-Sektors", kündigte Unternehmenschef Andy Harrison in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche" an. Es werde eine "Klage aller Fluglinien".
Sie wollten die Aufsichtsbehörden zu Ausgleichszahlungen für die finanziellen Folgen der Flugverbote im April zwingen. Einzelheiten nannte Harrison nicht. Anfang Mai hatte bereits ein Lufthansa-Sprecher Kompensation für die Kosten der Flugausfälle gefordert.
Zwischen 50 und 75 Mio. Euro Verluste
Der EasyJet-Chef betonte, die mehrtägigen Flugverbote hätten Belastungen zwischen 50 und 75 Millionen Euro nach sich gezogen. "Und es gibt keinen Grund, warum die Folgen ausschließlich von den Fluglinien getragen werden sollten - besonders wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass die Schließung in der Größenordnung nicht nötig war", sagte Harrison. Wegen der Aschewolke hatten die Briten zuletzt auch ihre Gewinnprognose zusammengestrichen.
Zudem forderte der Manager härtere Umweltauflagen für die Flugbranche, wie die Stilllegung älterer Maschinen. "Die Technologie ist da. Jetzt muss die Politik für die Anreize sorgen", sagte Harrison, der Ende Juni zur Hotel- und Restaurantkette Whitbread wechselt.
Lufthansa-Chef fordert Ausgleichszahlungen
Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber erneuerte indes seine Forderung nach einem Ausgleich für die Sonderkosten, die den Airlines während des Flugverbots wegen der Aschewolke entstanden sind. "Die Lufthansa und andere Airlines haben ihre Kunden trotzdem bedient und fordern deshalb jetzt eine Kompensation", sagte Mayrhuber der "Welt am Sonntag".
Mayrhuber bot der EU-Kommission einen Kompromiss an. Ein eleganter Weg wäre, die Einbeziehung der Luftfahrtgesellschaften in den Emissionshandel zu verschieben. "Das kostet den Fiskus keinen Euro und würde uns in dieser immer noch schwierigen wirtschaftlichen Lage sehr weiterhelfen.
(apa/red)
